19. Nov 2012

Die Branche in ausgewählten europäischen Ländern

Die Branche in ausgewählten europäischen Ländern

Die Branche Haus- und Gebäudetechnik hat in den europäischen Ländern ein unterschiedliches Gewicht. Das ist eine unmittelbare Folge der Ausstattung der Gebäude und Wohnungen mit den Gütern der Branche in den einzelnen Ländern. Das beruht wiederum vor allem auf unterschiedlichen klimatischen Verhältnissen, voneinander abweichenden Komfortansprüchen und differierenden Wohlstandsniveaus. Daneben spielen aber auch die unterschiedlichen gesetzlichen Anforderungen an die Errichtung von Gebäuden eine wichtige Rolle. Für einen Vergleich der Bedeutung der Branche in den Ländern der Europäischen Union müssen daher die stark unterschiedlichen Bedingungen in den einzelnen Regionen berücksichtigt werden. Um einen groben Vergleich durchführen zu können, wurde neben Deutschland für acht ausgewählte Länder eine Abschätzung vorgenommen. Dabei handelt es sich um

  • Belgien,
  • Dänemark,
  • Frankreich,
  • Großbritannien,
  • Italien,
  • Niederlande,
  • Österreich,
  • Spanien und die
  • Schweiz.

Wohnungsfertigstellungen in Europa

Neben der Entwicklung des Hochbauvolumens verschafft auch die Zahl derjährlich fertig gestellten Wohnungen einen Eindruck von den Bauaktivitäten in den einzelnen Ländern. Schließlich stellt der Wohnungsbau einen Schwerpunkt für den Absatz von Gütern der Heizungs- und Sanitärtechnik dar. Wie aus der Grafik zu ersehen ist, übertreffen die Wohnungsfertigstellungen in Spanien, Frankreich und auch in Italien diejenigen in Deutschland zum Teil deutlich. Allerdings war die Anzahl der fertig gestellten Wohnungen zuletzt angesichts des konjunkturellen Abschwungs, der auch den Immobiliensektor betraf, in den meisten der betrachteten Länder rückläufig. Das gilt vor allem für die großen Länder, wobei Spanien das mit Abstand größte Minus aufwies. Schätzungen zufolge dürften die Fertigstellungen, mit Ausnahme von Spanien und Italien in den kommenden Jahren zulegen.

Umsätze der Haus- und Gebäudetechnik in Europa

Da die Datenlage in den einzelnen Ländern eine Bestimmung der Größe der Haus- und Gebäudetechnik ausgehend von den Angaben auf der Ebene der einzelnen Wirtschaftszweige nicht erlaubte, wurde bei der Abschätzung des Umsatzes der Haustechnikbranche vom Anteil dieses Wertes am gesamten Hochbauvolumen ausgegangen. Maßgeblich war dabei, analog zur Vorgehensweise für Deutschland, der jeweilige Inlandsumsatz. Für Deutschland konnten diese Anteile anhand des ersten Teils der vorliegenden Untersuchung bestimmt werden; dabei wurden die nominalen Umsätze auf reale Werte mit der Basis des Jahres 2010 umgerechnet. Während auch für die Niederlande spezifische Angaben vorlagen, mussten für die übrigen Länder Schätzungen angestellt werden. Im Einzelnen wurden für die betrachteten Länder unter näherungsweiser Berücksichtigung der klimatischen Bedingungen und
sonstiger relevanter Einflussfaktoren (z.B. Bruttoinlandsprodukt pro Kopf) Anteilswerte des Umsatzes für den Wirtschaftsbereich Haustechnik am gesamten Hochbauvolumen zugrunde gelegt.

Aus der Multiplikation dieser Anteilswerte mit dem gesamten Hochbauvolumen ergab sich schließlich der Umsatz der Haustechnikbranche in den betrachteten Ländern. Diese Zahlen stellen aber angesichts der unterschiedlichen Bedingungen in den einzelnen Ländern selbstverständlich nur mehr oder weniger grobe Schätzungen dar. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass es sich dabei allein um den Umsatz im jeweiligen Land handelt, beispielsweise sind Exporte oder sonstige umsatzwirksamen Leistungen deutscher Unternehmen
im Ausland der dortigen SHK-Haustechnikbranche zugerechnet. In der entsprechenden Grafik sind die Ergebnisse dieser Berechnungen dargestellt. Wie daraus zu ersehen ist, steht Deutschland, das das höchste Hochbauvolumen hat und zugleich ein hohes Ausstattungsniveau mit Heizungs- und Sanitärgütern aufweist, an der Spitze. Mit beträchtlichem Abstand darauf folgen Großbritannien, Frankreich und Italien. Deutlich geringere Umsätze im Haustechnikbereich werden naturgemäß in den kleineren Ländern gemacht. Auffallend
sind die angesichts der hohen Fertigstellungen vergleichsweise geringen Umsätze in Spanien. Das deutet auf ein im Durchschnitt relativ niedriges Ausstattungsniveau hin. Die Inlandsumsätze insgesamt sind durch die Wirtschaftskrise von 2009 stark zurückgegangen.

Die Haus- und Gebäudetechnik in Osteuropa

Daneben soll hier noch eine grobe Schätzung des Inlandsumsatzes der Branche in den mittelosteuropäischen Ländern Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn abgegeben werden. Im Jahr 2010 dürfte sich der Umsatz der Branche in diesen Ländern zusammen auf rund 7 Mrd. € belaufen haben.



Hinweis: Weitere ausführliche Informationen finden Sie in unserem Marktdatenbericht SHK. Weitere Infos dazu unter der Rubrik "Infomaterial".

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