01. Sep 2010

Aktuelle Überraschungen

forsa-Studie zu Badthemen / Steilvorlagen, Dämpfer und falsche Befürchtungen / Repräsentatives VDS-Projekt / Altersgerechte Wohnungsausstattung: unerwartete Bad-Dominanz / Begriff „Komplettbad“: deutliche Verständnisprobleme / „Schmutz, Lärm & Co.“: kein Renovierungsverhinderer

Bonn – (vds)
„Mehr oder minder große Überraschungen“ meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) als Fazit ihrer jüngsten Marktforschungs-Initiative. Mitte August 2010 recherchierte das forsa-Institut im Auftrag der Dachorganisation der Sanitärbranche bei den Bundesbürgern ab 18 Jahre bzw. bei den in Haus- und Wohnungseigentum lebenden Personen drei badrelevante Themenfelder. Die Resultate der repräsentativen Untersuchung liefern den Partnern des professionellen Vertriebsweges „aufschlussreiche Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen“, heißt es in Bonn. Aber auch Architekten, Planer und andere Fachkreise erhielten dadurch nützliche Praxisinformationen.

Als Folge des demografischen Wandels und des daher erheblich wachsenden Bedarfs an altersgerecht ausgestatteten Wohnungen wollten die Berliner Sozialforscher zunächst wissen, welchem Raum bzw. Wohnsektor die Bevölkerung hier die größte Bedeutung beimisst. Das Ergebnis bewertet VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann als „kleine Sensation“: Mit 68 % nimmt das Bad danach die klare Top-Position ein und lässt Wohnzimmer (12 %), Küche (8 %), Schlafzimmer (6 %) und Flur (2 %) weit hinter sich. Zwar habe man damit rechnen können, dass die altersgerechte Ausstattung des Bades für die Deutschen wichtig sei. Eine derartige Dominanz komme jedoch „völlig unerwartet“. Sie schlage sich im Gesamtergebnis sowie in allen Einzelgruppen nieder. Das gelte besonders für Westdeutschland (69 %), Frauen (70 %), 45-59-Jährige (74 %), gut Gebildete (71 % bzw. 76 %) sowie Haushalte mit mittlerem bzw. höherem Nettoeinkommen (72 % bzw. 75 %).

Für die Sanitärbranche stelle dieses markante Votum eine „ausgesprochene Steilvorlage“ dar. Jedenfalls müsse man es geradezu als Aufforderung begreifen, das Kompetenzfeld „Altersgerechte Bäder“ noch konsequenter und offensiver als bisher in den Vordergrund zu rücken. Dabei sei das Argument der dauerhaft besseren Lebensqualität für jede Generation ein zusätzlicher Positiv-Aspekt.

Nachdenklich stimme indes die nächste forsa-Überraschung. Unter dem Begriff „Komplettbad“ verstehe lediglich die Hälfte der Haus- und Wohnungseigentümer das, was die Profischiene damit meine: ein „individuelles Bad, das komplett nach den eigenen Wünschen von einem Sanitär-Fachbetrieb realisiert wird“. Wenn jedoch laut Studie 14 % das als „fertiges Bad ohne jede Veränderungsmöglichkeit“ und 24 % als „fertiges Bad in mehreren Ausstattungsklassen“ definierten, habe es die Branche speziell bei Zielgruppen wie jüngeren Personen und gut gebildeten bzw. verdienenden Bundesbürgern zweifellos mit einer neuen Kommunikationsaufgabe zu tun. Mit Blick auf die „offenkundigen Verständnisprobleme“ plädiert Wischmann dafür, die Aufklärungsarbeit zu intensivieren, um der „falschen“ Komplettbad-Interpretation zu begegnen.

Überraschung Nummer 3: Die Angst vor Schmutz, Staub, Lärm und einer (wochenlangen) Baustellenatmosphäre ist entgegen weit verbreiteten Befürchtungen kein Renovierungsverhinderer. Die damit verbundenen Beeinträchtigungen finden der Erhebung zufolge 51 % der Haus- und Wohnungsbesitzer „zwar unangenehm“, sie würden das Bad „aber trotzdem renovieren“. 37 % sehen darin sogar „überhaupt keine Probleme“. Nur insgesamt 9 % wollen danach eine umfassende Modernisierung „solange wie möglich verschieben“ oder „ganz auf sie verzichten“. Wischmann dazu: „Die Deutschen wissen und akzeptieren also, dass das schöne neue Bad nicht vom Himmel fällt.“ Für die Branche bedeute das einerseits Entwarnung und andererseits die Ermutigung, mit dem Thema offensiv statt defensiv umzugehen. Dazu gehört, appelliert die VDS an die Profis vor Ort, den Kunden „saubere Lösungen für das Unvermeidbare“ zu bieten.

Bildunterschriften

Top-Position: Als „Steilvorlage für Bad-Profis“ bezeichnet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) das Ergebnis einer neuen forsa-Studie. Danach halten 68 % der Bundesbürger ab 18 Jahre das Bad für den wichtigsten Raum, wenn es um altersgerecht ausgestattete Wohnungen geht. Im Zuge des demografischen Wandels nimmt der Bedarf daran erheblich zu. Der „in der Höhe völlig unerwartete Umfragesieg“ müsse für die Branche Anlass sein, das Kompetenzfeld „Altersgerechte Bäder“ noch konsequenter und offensiver als bisher in den Mittelpunkt zu rücken.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3053

Priorität: Altersgerecht ausgestattete Bäder sind für die Deutschen eindeutig Nummer 1 bei der Aufgabe, die Konsequenzen aus dem demografischen Wandel zu ziehen und deshalb die Wohnungen entsprechend einzurichten. So lautet ein zentrales Ergebnis einer aktuellen forsa-Repräsentativuntersuchung. Die ausgeprägte „Bad-Dominanz“ zeigt sich danach in West- bzw. Ostdeutschland ebenso wie bei Männern und Frauen. Gleiches meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) für die übrigen Einzelgruppen wie Altersstruktur, Schulabschluss und Haushaltsnettoeinkommen.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3054

Verständnisprobleme: Nur die Hälfte der privaten Haus- und Wohnungsbesitzer versteht unter dem Begriff „Komplettbad“ das, was die Profischiene damit meint. Knapp 40 % vermuten dahinter jedoch ein mehr oder minder vorgefertigtes Bad. Dieses Resultat einer neuen forsa-Studie hält die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) im Branchensinne für „bedenklich“. Sie plädiert daher dafür, die Aufklärungsarbeit zu intensivieren.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3055

Entwarnung: Die Angst vor Schmutz, Staub, Lärm und einer (wochenlangen) Baustellenatmosphäre ist für Haus- und Wohnungseigentümer kein Renovierungsverhinderer, fand das forsa-Institut jetzt in einer repräsentativen Umfrage heraus. Nur insgesamt 9 % wollen danach eine umfassende Modernisierung „solange wie möglich verschieben“ oder „ganz auf sie verzichten“. Daher kann und soll die Branche mit dem Thema „offensiv umgehen“, erklärt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3056

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