12. Mrz 2013

forsa-Umfrage zur ISH 2013

Deutsche drücken im Bad selbst aufs Renovierungstempo / Aktuelle forsa-Studie / Überraschende Resultate / Bad als Rückzugsort: gegen Urlaub und Garten gut behauptet / Staatliche Umbau-Förderung: breites Meinungsspektrum / Programme als „effizientes Modul“

Frankfurt/Bonn – (vds)
Wenn die Bundesbürger ihr eigenes Votum auch in die Tat umsetzen, werden Deutschlands Bäder künftig erheblich schneller als bisher von Grund auf erneuert. Diese Konsequenz ergibt sich aus einer aktuellen Repräsentativstudie, die das forsa-Institut zur Branchenmesse „ISH“ für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) durchführte. Danach sprechen sich 42 % der Bevölkerung für eine umfassende Renovierung bereits nach spätestens 10 Jahren aus. Ein knappes Drittel davon hält sie sogar schon nach 5 Jahren für angebracht. Weitere 19 % trugen sich, wie es heißt, in der Kategorie „nach 11 bis 15 Jahren“ ein. Zum Vergleich: Laut einer Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) sind noch nicht renovierte Bäder in Privathaushalten gegenwärtig fast zwei Jahrzehnte alt. Bricht jetzt die Ära wesentlich kürzerer Zyklen an?

Jedenfalls bewertet Jens J. Wischmann das Resultat als „große positive Überraschung“. Es bestätigt nach Meinung des Geschäftsführers des Branchen-Dachverbandes zumindest das stark gestiegene Interesse der Bundesbürger an individuell geplanten und ausgestatteten sowie kompetent realisierten Bädern. Schon das schaffe eine „ausgezeichnete Kommunikations- und Arbeitsbasis“ für den Profi-Verbund aus Industrie, Fachgroßhandel und Fachhandwerk.

Zudem liefere die für rund 67 Mio. Deutsche ab 18 Jahre repräsentative Untersuchung auch bei der „Renovierungsfrage“ aufschlussreiche Einzelanalysen. So sei die Quote derer, die im Osten der Republik für eine Modernisierung nach spätestens 10 Jahren plädieren, mit 66 % „extrem hoch“ (Westdeutschland: 38 %). Gleiches gelte für die 18- bis 29-Jährigen (63 %) und – in geringerem Maße – für die 30- bis 44-Jährigen (47 %). Am Ende der Skala rangiere hier mit „nur“ 32 % die Generation „60plus“. Durch gezielte Informationskampagnen wie dem nationalen „Tag des Bades“ am 14. September 2013 und einer neuen Aktion zum Thema „Barrierefreie Bäder“ wollen die Sanitärspezialisten deshalb u. a. ältere Menschen intensiver aufklären.

Geschätzter „Mikrokosmos“

Darüber hinaus ermittelten die Berliner Sozialforscher, welche Rolle das Bad für die Bürger in Zukunft als eine Art „Rückzugsort“ von der zunehmenden Alltagshektik spielt. Für etwa die Hälfte der Bevölkerung wird es in dieser Funktion wichtiger. 18 % stimmen dem „voll und ganz“ und weitere 29 % „eher“ zu. „Damit schneidet der private Mikrokosmos ‚Bad’ selbst gegenüber populären Entspannungsalternativen wie Urlaub oder Garten sehr gut ab“, freut sich Wischmann.

Das treffe besonders häufig auf 30- bis 44-Jährige (56 %), Erwerbstätige (51 %) und Frauen (50 %) zu. Ferner meldet forsa folgende Tendenz: Je mehr Personen im Haushalt leben bzw. je höher das monatliche Haushaltsnettoeinkommen ist, desto häufiger wird der „Rückzugsort“-Charakter des Bades bejaht. Die andere Hälfte der Deutschen stehe ihm derzeit noch reserviert bzw. ablehnend gegenüber. „Das muss aber keineswegs so bleiben“, relativiert der VDS-Sprecher den Status quo.

Faktisches Patt

Im dritten Kapitel der Studie ging es um die eventuelle Absicht der Befragten, ihr jetziges Bad so umzubauen, dass es in allen Lebensphasen und damit auch im Alter uneingeschränkt nutzbar ist. Die Interviewer wollten wissen, welche Bedeutung dann eine staatliche finanzielle Förderung z. B. durch Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen für die (Investitions-)Entscheidung hat. Die Quintessenz: Auch hier teilt sich die Bevölkerung in zwei gleich große Lager. Während 48 % derartige Anreize als „sehr wichtig“ bzw. „wichtig“ einstufen, bezeichnen sie 50 % als „weniger wichtig“ bzw. „unwichtig“. Gravierende Abweichungen von dem Gesamtvotum kristallisierten sich laut Wischmann in den unterschiedlichen Analysegruppen (Region, Geschlecht, Alter, Erwerbstätigkeit, Haushaltsgröße und -nettoeinkommen) im Prinzip nicht heraus. Das Pendel schlage abgesehen von einer Ausnahme maximal um jeweils 4 Prozentpunkte nach beiden Seiten aus.

Per saldo lasse sich jedoch sagen, dass eine sinnvolle staatliche Flankierung durchaus geeignet sei, zum Abbau des erheblichen Defizits an barrierefreien Bädern konkret beizutragen. Entsprechende Programme des Bundes und der Länder können daher gerade mit Blick auf den demografischen Wandel bzw. dessen Bewältigung im Bausektor ein „effizientes Modul“ sein, erklärt die Dachorganisation der Sanitärwirtschaft.

Bildunterschriften

Wenn die Bundesbürger ihr eigenes Votum auch in die Tat umsetzen, werden Deutschlands Bäder künftig erheblich schneller als bisher von Grund auf erneuert. Diese Konsequenz ergibt sich aus einer aktuellen Repräsentativstudie, die das forsa-Institut für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) durchführte. Danach sprechen sich z. B. 42 % der Bevölkerung für eine umfassende Renovierung bereits nach spätestens 10 Jahren aus.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), Bild 3110

Insgesamt glaubt etwa die Hälfte der Deutschen, dass das Bad als „Rückzugsort“ von der zunehmenden Alltagshektik in Zukunft eine größere Rolle spielt. Das ermittelte jetzt das forsa-Institut im Rahmen einer für rund 67 Mio. Bundesbürger ab 18 Jahre repräsentativen Studie. „Damit schneidet der private Mikrokosmos ‚Bad’ selbst gegenüber populären Entspannungsalternativen wie Urlaub oder Garten sehr gut ab“, freut sich die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), Bild 3112

Bei der Frage, wie stark eine staatliche finanzielle Förderung die Entscheidung für einen altersgerechten Badumbau beeinflusst, teilt sich die deutsche Bevölkerung in zwei gleich große Lager. Das fand eine neue forsa-Repräsentativstudie heraus. Für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) heißt das auch, dass entsprechende Bund- und Länderprogramme beim Abbau des erheblichen Defizits an barrierefreien Bädern ein „effizientes Modul“ sein können.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), Bild 3111

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