14. Dez 2009

Im Wellnessbad überwintern

Winterzeit: Verwöhnmomente haben Hochkonjunktur / Das Bad als Wellnesstempel Nummer 1 / Bei der Planung auf Raumaufteilung und Einrichtungskonzept Wert legen / Holz und gedämpftes Licht tragen zum Wohlfühlen bei / Reduzierte Objektwahl als „pure Erholung für das Auge“ / Größere Dimensionen gegen Stress / Wenn möglich: das WC separieren / VDS-Tipps mit Naturbezug
 
Bonn – (vds) Grauer Himmel, kalter Wind, durchgefrorene Füße und Tage, die früh zu Ende gehen: Wann sonst, wenn nicht im unwirtlichen Winter, haben persönliche Verwöhnmomente in den eigenen vier Wänden Hochkonjunktur. Etwa im Wellnesstempel Nummer 1, im Badezimmer. Klingt altbekannt und trifft doch nach wie vor den Kern. Denn Wasser und Wanne kommen traditionell eine unangefochtene Bedeutung zu, wenn es um Wohlbefinden, Entspannung und vielleicht sogar Gesundheitsvorsorge geht.
 
Allerdings: Wasser und Wanne allein machen noch keine private Wellnessoase, meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Damit das Aussperren der Außenwelt gelingt und sich innere Ruhe einfindet, müssen laut Bonner Branchenverband sowohl Raumaufteilung als auch Einrichtungskonzept stimmen. Ebenfalls an Stellenwert gewinnt die Wahl von Farbe, Material und Beleuchtung. Das Auge schließlich soll mitgenießen. Wäschetrockner und Waschmaschine sind deshalb ebenso fehl am Platz wie kühle Töne und grelles Scheinwerferlicht, erklärt Jens J. Wischmann.
 
Zu den Favoriten des VDS-Geschäftsführers zählen dagegen Wärme ausstrahlende Oberflächen und gedämpfte Lichtszenen, die sich über verschiedene Schaltkreise realisieren lassen und einzelne Bereiche im Bad akzentuieren. Holz, punktuell bei Ausstattung und Accessoires eingesetzt, trägt entscheidend zum Wohlfühl-Ambiente bei. Zwar kostet technische Raffinesse ihren Preis, weiß Wischmann, dafür blubbert und sprudelt die Badewanne auf Kommando, während das Duscherlebnis an einen intensiven tropischen Regenschauer erinnert. Ein Muss: Stauraum, ein Heizkörper, der Handtücher trocknet, und eine kleine Sitzgelegenheit. Wer über ausreichend Quadratmeter verfügt, sollte in jedem Fall das WC vom übrigen Raum abteilen.
 
Wellnessbad-Architektur heißt für Wischmann zudem „sich auf die wesentlichen Objekte beschränken“. Das sei pure Erholung für das Auge. Ebenfalls stressmindernd wirke es sich aus, wenn keiner auf den anderen warten müsse. Waschtisch, Wanne und Dusche sollten daher stets „ein Fall für zwei“ sein. Wo es sich anbiete: die Fensterbrüstung in der Planung mit berücksichtigen und als Ruhebank gestalten. Das fördere eine wohnliche Atmosphäre – mit Platz für kleine rituelle Zutaten wie Kerzenarrangements oder Duftstäbchen für gute Stimmung in der Luft.
 
Allen, die den Bezug zur Natur suchen, wird zu vitalem Grün an den Wänden geraten, denn es vermittelt Kraft und Gelassenheit. Ein Mosaik aus Flusskiesel am Boden der Dusche versprüht den Charme feuchter, schillernder Steine am Meer. Gute Rutschhemmung und Fußmassage gratis. Ein flauschiger Teppich vor Waschplatz und Wanne umhüllt die Zehen dagegen wie warmer Sand. Wer Poesie mag, haftet ein Zitat des Lieblingsschriftstellers an die Wand. Auch das kann, endet der VDS-Tipp, die Melancholie des Winters vertreiben.
 
Bildunterschriften

Perspektive

Eine Badewanne als Doppelsitzer, eventuell sogar mit Whirlsystem,  die großzügige Dusche mit freiem Blick zum Fenster – das sind zwei von vielen Faktoren, die aus einem Badezimmer eine kleine Wellnessoase machen. Ebenfalls wichtig, meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) weiter, sind Farb- und Materialkonzepte, die dem Raum eine warme, beruhigende Atmosphäre geben. Zu Anthrazit und Holz etwa passe frisches und dennoch gedämpftes Grün. Das wecke die Lebensgeister und aktiviere schlummernde Potenziale. Praktisch und wohnlich zugleich: die Fensterbrüstung als Sitz- und Ruhebank.
Bild 4070
 
Grundriss
Wie das Gute doch so nah liegt: Um fit für den Tag zu sein und mit sich ins Reine zu kommen, bietet sich das Wellnessbad an – zuhause. Unter der heimischen Dusche erinnert das Mosaik aus Flusskiesel an feuchte, schillernde Steine am Meer, während „draußen“ flauschige Teppichwolle die Zehen wie warmer Sand umgarnt. Selbst ein Blick auf das WC kann aufkeimende Urlaubserinnerungen nicht stören. Es wurde vom übrigen Raum abgetrennt und ist über einen Vorflur zu erreichen. Die Maßnahme mag zunächst Platz kosten, schafft jedoch eine separate Gästetoilette, erklärt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Eine Schiebetür, die wie aus dem Nichts aus der Wand gleitet, schirmt den Wellnessbereich vor neugierigen Blicken ab.
Bild 4071
 
Planung/Zeichnungen: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Stammer

Downloads

Texte

Bilder

Grundriss Wellnessbad
(JPG, 3.910 KB)
Grundriss Wellnessbad
Perspektive Wellnessbad
(JPG, 2.813 KB)
Perspektive Wellnessbad