29. Jan 2018

Moderne Armaturen fürs Bad

Vom einfachen Wasser- zum eindrucksvollen Wohlgefühlspender

Was Philippe Starck, Antonio Citterio und Phoenix Design gemeinsam haben? Sie alle beschäftigten sich mit Wasserhähnen und machten aus ihnen das, was sie aktuell sind: kleine Wunderwerke. Der einfache Wasserspender von früher setzt nun als moderne Armatur das Wasser eindrucksvoll in Szene und bringt Wohlgefühl und Stil ins Bad; egal, ob in optischer Anlehnung an eine historische Wasserpumpe oder zeitgemäß mit softer Form und geraden Linien gleichermaßen weich und puristisch interpretiert. Da gerät man beim Blättern in Herstellerprospekten oder Durchklicken von Galerien im Internet ganz schnell ins Schwärmen.

Entsprechend der erhöhten Aufmerksamkeit, die der Armatur zuteilwird, schießt die Zahl der gebotenen Modelle und Modifikationen für die unterschiedlichen Zapfstellen nach oben. Wie viele es derzeit gibt, lässt sich nicht genau beziffern. Was in jedem Fall zählt, erklärt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), sind echtes Design in guter Qualität und zunehmend emotional gefärbte Wasseranwendungen. Das Wasser als Naturelement zu spüren und es beileibe als Mittel zu mehr Gesundheit zu nutzen, gehörten zu den Vorhaben, die sich in den eigenen vier Wänden allein im Badezimmer realisieren ließen. Moderne Armaturen gäben quasi alles, damit der Plan „gesundheitsorientiertes Bad“ voll aufgehe.

Dass das Bad als Gesundbrunnen nach dem altersgerechten und möglichst barrierefreien Bad durchaus zum nächsten realen Markttrend werden kann, attestiert die vom Bonner Dachverband in Auftrag gegebene forsa-Basisuntersuchung „Die Deutschen und ihre Bäder“. Nach der im September 2017 veröffentlichten Studie ist das „ideale Bad“ jetzt schon für 41 % der Bevölkerung gesundheitsfördernd. Dieser Wert steigt mit zunehmendem Alter: bei 65- bis 74-Jährigen auf 51 % und bei über 75-Jährigen auf 60 %.

Organisch, dynamisch gerundet und soft

Passend zur Strömung, Wasser als wesentlichen Stimmungsträger einzusetzen, werden laut VDS-Prognose in den nächsten Jahren Modelle den Markt erobern, die grundlegend bei der Natur Maß nehmen. Wer genau hinschaue, stoße in den Ausstellungen der Badprofis längst auf organische, dynamisch gerundete Armaturenlinien, die Steine und Äste als stilbildende Vorbilder zitierten, fließende Übergänge zwischen Griff(en) und Körper schafften und, ja, sogar wie ein gebogener Zweig erhöht aus der Mitte des Beckens ragen. Und selbst streng geometrische, kantige Armaturen haben aus ergonomischer Sicht Softies zu sein.

Auch die Tatsache, dass coole Formen durch Metall-Oberflächen plötzlich viel wärmer und authentischer wirken, lässt sich an Armaturen prächtig veranschaulichen. Naturnahe Materialien wie Gold, Rot- oder Rosé-Gold, Messing, Nickel, Stahl und Platinum vorwiegend in mattem Finish setzen atmosphärische Ausrufezeichen. On top gibt es Eleganz und dezenten Luxus. Darüber hinaus kommen mit Blick auf die Gestaltung historische Anleihen zum Zug, speziell dann, wenn das Bad in einen idyllischen Rückzugsort aus der lauten Metropole verwandelt werden soll. Selbstverständlich steckt in den gefragten Klassikern nur gegenwärtige Technik.

Wasser ergießt sich als Vorhang, fließt netzförmig oder umspült filigran


Immer mehr an Bedeutung gewinnen etwa außergewöhnliche, individuelle Strahlarten. Wie die Experten von Gutes Bad, dem Online-Ratgeber der VDS, ausgemacht haben, sind diese nämlich nicht länger nur den Brausen in der Dusche vorbehalten. Neueste Strahlformer am Auslauf tragen dazu bei, dass Wasser sich als hauchdünner breiter Strahl gleich einem Vorhang ins Waschbecken ergießen kann. Oder sie lassen es netzförmig in feine einzelne, ineinander verschränkte Strahlen aufgeteilt fließen. An anderer Stelle wiederum besprühen und umspülen viele filigrane Einzelstrahlen die Hände wie eine Regendusche in Kleinformat und schenken einfach ein fabelhaftes Gefühl.

Weil speziell im Badezimmer dem einen Trend nicht gleich im Jahr darauf ein nächster folgt, dürfte der sogenannte Hebelgriff als Bedienelement der Armatur noch lange erhalten bleiben. Neuerdings wird er von den Entwicklern, so eine weitere Beobachtung, gerne seitlich angeordnet – nicht zuletzt, weil beim Schließen mit nassen Händen der Auslauf trocken und sauber bleibt. Alternativ zum Griff lässt sich der Wasserfluss durch Knopfdruck starten bzw. stoppen. Dieses Patent erweist sich bei schmutzigen Händen ebenfalls als sehr praktisch. Die vergleichsweise recht junge Technologie lockt darüber hinaus mit einem Argument für Barrierefreiheit: Bei steifen Fingern etwa könnten Handrücken oder Unterarm zum Öffnen oder Schließen verwendet werden.

Mehr Komfort und Flair durch Sensoren und Licht

Individuellen Komfort versprechen Modelle mit Sensoren. Nähert man sich ihnen, sprudelt automatisch und ganz ohne Berührung Wasser in voreingestellter Wunschtemperatur. LED-Ringe oder -Leuchtbänder geben dabei eine visuelle Rückmeldung zur aktuellen Einstellung. Im Großen und Ganzen dürften vor allem diejenigen Armaturen-Lösungen mit Licht ihre Stellung weiter ausbauen, die neben größerem Flair wichtige Orientierungshilfe anbieten – wie das Modell, das in zwei Stufen reagiert: Nähert man sich ihm, wird das Licht der LED-Anzeigen aktiviert. Gleichzeitig leuchtet der Auslauf, in diesem Fall eine Glasplatte, sanft auf. Sobald auch die Hände nahe genug am Infrarotsensor sind, fließt das Wasser hell illuminiert.

Ein Ausgleich zur berührungslosen „Methode“ ist und bleibt einmal mehr in dieser Saison jene aufsehenerregende Armatur, die in ihrem offenen gläsernen Auslauf Wasser kräftig wirbeln lässt. Und das sogar auf sparsame Art und Weise: Lediglich vier Liter pro Minute strudeln durchs Glas. Doch nicht nur High End-Entwürfe, sondern auch Einsteigermodelle setzen auf nachhaltige Technologie, indem beispielsweise bei neutraler, mittiger Griffstellung ausschließlich Kaltwasser kommt. Auf diese Weise füllt sich das Leitungssystem nicht unnötig mit Warmwasser, und Durchlauferhitzer oder Umwälzpumpen müssen nicht extra anspringen. Dadurch sowie nicht zuletzt durch den geringeren Warmwasserverbrauch sinken Energiebedarf und CO2-Ausstoß. Ein Gedanke, der definitiv für reichlich Wohlgefühl sorgt.

Weitere nützliche Informationen zu Armaturen gibt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in ihrem Online-Magazin „Gutes Bad“ (www.gutesbad.de) u. a. unter folgenden Links:
http://gutesbad.de/galerien/armaturen/
http://gutesbad.de/neues/kategorie/armaturen/




Bildtexte

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Designklassiker sind Pioniere ihrer Zeit – sei es in Formgebung, Verarbeitung oder Material. Oft versteckt sich hinter ihrer Einzigartigkeit eine spannende Geschichte, die perfekte Idee. Die „Axor Starck“ ist ein solcher Pionier. Als reduzierte Interpretation historischer Brunnenpumpen trat die minimalistische Armatur schon vor mehr als zwei Jahrzehnten ihren Siegeszug durch die Badezimmerwelten an und hat bis heute nichts von ihrer Attraktion eingebüßt. Charakteristisch sind der diagonale Auslauf und der bis heute oft zitierte „Pin-Griff“.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Axor


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Erfreulich breit aufgestellt ist die Serie „Ameo“ mit insgesamt 28 Armaturen für alle erdenklichen Anforderungen. Allein 13 Modelle dienen dem Einsatz am Waschtisch. Den architektonischen Gestaltungsansatz von Designer Michael Stein verdeutlicht besonders die Waschtischarmatur mit seitlichem Bedienhebel – ein archaisch anmutendes Statement am Waschtischrand, soft geformt und mit geraden Linien. Der neue Strahlregler am Auslauf gleicht Druckschwankungen aus, der verlängerte Bedienhebel erlaubt feinfühliges Einstellen von Wassermenge und -temperatur.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Kludi


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Zum Badmöbelprogramm der Sonderklasse passt nur eine ebensolche Armatur. Mit dem organischen Einhebelmischer „Edition Lignatur“ ist die metallene Ergänzung zu den Naturholzkörpern der Möbel mehr als passend ausgefallen. Und auch die Platzierung der Standarmatur ist ungewöhnlich, ragt sie doch wie ein gebogener Zweig erhöht aus der Mitte des Beckens. Schöner Nebeneffekt des andersartigen Standortes: Kein Wasser tropft bei der Bedienung der Armatur von nassen Händen auf die geölte Oberfläche des Waschtischmöbels.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Keuco


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Ein atmosphärisches Ausrufezeichen im Badezimmer setzt die noble Armatur „Vaia“ in ungewohntem Dark Platinum. Maskuline Härte? Fehlanzeige!  Das liegt nicht zuletzt an der gebürsteten Oberfläche. Sie ist im Ton eher rauchig als schwarz und bringt eine gewisse optische und haptische Sanftheit mit. Ganz im Sinne des „Transitional Style“, dem das Grundgestaltungsprinzip der Serie folgt, mischt sie Eleganz, dezenten Luxus und Progressivität zu Zeitlosigkeit.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Dornbracht


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Mit ihrem ungewöhnlichen Metall-Ton Rosé-Gold und einem völlig neuartigen Strahlbild namens „Mikado“, bei dem das Wasser netzartig ins Becken fließt, liegt die moderne Armatur „Designo“ gleich doppelt im Trend. Zum einen in puncto Farbe, zum anderen dank hochaktuellem „Käfig-Design“. Letzteres wird nämlich auf äußerst innovative Art mit Wasser umgesetzt.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Hansa


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Glamourfaktor inklusive. Das innovative, die Hände umspülende Strahlbild gleicht einer Regendusche im Kleinformat. Die wahlweise strukturierten Griffe sind optisch und haptisch ein Erlebnis. Abgerundet wird der ungewöhnliche Look durch einen schlichten, aber dynamischen Auslauf. Die Armatur „CL.1“ geht zudem sparsam mit dem Element Wasser um und ermöglicht auf Wunsch sogar eine flexible Anordnung der Bedienelemente. Ein echtes Schmuckstück für Individualisten.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Dornbracht


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Optischer Leitgedanke der Serie „Plan S“ ist ein abgewinkelter Auslauf, der dem natürlichen Fluss des Wassers folgt. Der seitlich angesetzte und im Gegensatz zur Grundform filigrane Bedienhebel setzt dabei einen aufstrebenden Kontrapunkt. Eine innovative Position mit praktischen Vorteilen, kann doch der Auslauf bei Benutzung trocken bleiben. Praktischerweise muss nur ein Unterputz-Grundkörper montiert werden, da Auslauf und Bedienhebel in einem einzigen Element zusammengefasst sind.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Keuco


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Fast fühlt man sich an die Steuerkonsole eines Raumschiffes versetzt. „Murano X“ überrascht mit futuristisch eckigem Körper, unerwarteter Inszenierung des Wasserflusses sowie innovativem Lichtkonzept bei Annäherung. Ein Infrarotsensor lässt Wasser in einem breiten weichen Strahl ganz ohne Berührung fließen. Nur beamen kann die Armatur (noch) nicht.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Hansa


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Als wahrer Visionär hat Philipp Starck seine Innovationskunst schon immer in den Dienst des Menschen gestellt. Mit „Starck V“ gelang ihm eine Armatur, die das strukturell Entscheidende in allen Phasen sichtbar macht – das Wasser selbst. Ein Korpus aus Kristallglas offenbart die Quelle, aus der es als Wirbel emporsteigt und über eine gläserne Rinne ins Becken gelangt. Neu ist weiterhin, dass sich der gläserne Aufsatz abnehmen und einfach in der Spülmaschine reinigen lässt. Ein aufsehenerregendes Design-Statement und zugleich ein Ausgleich zum Sensorik-Trend am Waschtischrand.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ©Axor

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