14. Mrz 2017

Werkstatt Bad: Rationeller Fortschritt

Vorfertigung verändert Badrenovierung / „Werkstatt Bad“: Prozesse neu gedacht und organisiert / Planungsintelligenz verhindert Planungsfehler / Ganzheitliche Arbeitsvorbereitung / Halbierte Umbauzeit erreichbar / Contra Auftragsstau und Fachkräftemangel / Mehr Bäder mit weniger Monteuren / Neue Anreize für Mitarbeiter / Gesamte Branche als Nutznießer / Seminarreihe nach Messepremiere / Zwei Schulungsangebote der Bad-Akademie

Volle Auftragsbücher und wenig Fachpersonal – diese Konstellation ist der beste Nährboden u. a. für überlastete Mitarbeiter, fehlerbedingte Qualitätsverluste, höhere Reklamationsquoten und damit am Ende für unzufriedene Kunden. Hinzu kommt die frustrierende Erkenntnis, konkrete Geschäftschancen ungenutzt zu lassen. Eine Situation, die im Sanitärhandwerk derzeit fast die Regel sein dürfte. Sie wirkt sich in Form unausgeschöpfter Umsatzpotenziale aber auch auf Großhandel und Industrie aus. Vorübergehendes Luxusproblem oder nachhaltiges Branchendilemma? Vieles spricht für Letzteres und damit für die (dringende) Notwendigkeit, gegenwarts- und zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln. Eine davon nennt sich „Werkstatt Bad“ und feierte während der „ISH 2017“ ihre – für die Besucher auf einer 150 Quadratmeter großen Aktionsfläche täglich erlebbare – Premiere.

Das von der Messe Frankfurt, der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) und zahlreichen weiteren Unternehmen und Verbänden unterstützte Projekt macht eine moderne und präzise Vorfertigung als entscheidende Verbesserung konventioneller Badrenovierungsprozesse aus. Initiator Ulrich Bergmann sieht in „einer intelligenten Modulbauweise“ die Zukunft der Badinstallation. Für den Handwerksprofi und Chef des Konzeptpartners Badnet bringen rationelle Montagemethoden für jede Branchenstufe direkt oder indirekt dauerhafte Vorteile.

Exakt vermessen und positioniert

Basis sei ein „neu gedachter und organisierter Prozessablauf“, der die Vorfertigung als ganzheitliches System der Arbeitsvorbereitung integriere. Am Anfang stehe eine Entwurfsplanung, aus der gemeinsam mit dem Kunden die Gestaltungsplanung resultiere. Mit der dann folgenden CAD-Detailplanung lasse sich die Schnittstelle zwischen Gestaltungs- und Technikplanung abgleichen. Dieses Verfahren schließe Planungsfehler aus und ermögliche daher eine genaue Vorfertigung. Im Grunde lehne man sich damit auch im privaten Bäderbau an die Prinzipien des Building Information Modeling (BIM), also der Modellierung von Gebäudedaten, an. Das sichere ferner die sofortige Einbindung weiterer Gewerke.

Auf einer Schablone, die an der Baustelle später zugleich als Beplankung dient, werden laut Bergmann die dank CAD-Zeichnung exakt vermessenen Produkte, Rohrstücke, Schrauben etc. positioniert. Dadurch gebe es bei der Installation „vor Ort“ keine lästigen und oft zeitintensiven Korrekturen. Fortschrittliche CNC- und Wasserstrahltechniken sorgten nicht nur für hohe Genauigkeit, sondern machten auch separate Arbeiten z. B. von Fliesenlegern und Maurern zum Teil überflüssig. Gleiches gelte für den Einsatz von Bohrmaschinen, Wasserwaagen etc. bei der Fertigmontage.

Das Konzept verändere also den bisherigen Prozess, indem es Arbeitszeit von der Baustelle in das Büro bzw. in die Werkstatt verlagere. Das bedeute, dass man zwar etwas mehr Zeit für die Planung brauche, dafür aber in der Werkstatt effizient vorfertigen könne. Unter dem Strich seien daher komplette Badrenovierungen erheblich reklamationsfreier, kostengünstiger und schneller zu realisieren. Bergmann: „Wenn Betriebe dank Vorplanung und Vorfertigung für ein Bad statt drei nur noch eineinhalb bis zwei Wochen benötigen, wäre das für sie, die Branche und die Kunden gleichermaßen ein großer Gewinn. Das halte ich für durchaus erreichbar.“

Ehrgeiziges Ziel erfüllt

Im Übrigen leiste das Konzept in mehrfacher Hinsicht einen praktischen Beitrag zu der „wichtigen Doppelaufgabe“, junge Menschen für den SHK-Beruf zu interessieren und ältere erfahrene Mitarbeiter länger an die Unternehmen zu binden. Es reduziere körperlich schwere Tätigkeiten an der Baustelle, schone dadurch die Gesundheit, ergänze die Technikaffinität der Monteure durch den Umgang mit modernen Medien wie CAD-Programmen und werte so die Arbeit insgesamt deutlich auf. Das schaffe neue Anreize, die es durch konsequentes „Fördern und Fordern“ zu verstärken gelte.

Zusammenfassend hebt VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann hervor, dass die komplett mit Markenprodukten umgesetzten prozessorientierten Lösungen das ehrgeizige Ziel erfüllen, in einer kürzeren Zeit mehr Bäder mit weniger Monteuren in einer noch besseren Qualität zu bauen. Dadurch werde einem Auftragsstau ebenso wirksam begegnet wie dem akuten Fachkräftemangel. Da es sich dabei um ein generelles Branchenthema handele, gehe die „Werkstatt Bad“ nach der „ISH“ quasi in Serie.

Im Rahmen der vertriebsstufenübergreifenden Qualifizierungseinrichtung Bad-Akademie biete man deshalb entsprechende Schulungen an. Vorgesehen seien eintägige Seminare für versierte Berufspraktiker und fünftägige Trainings u. a. mit originalgetreuen Testaufbauten für Einsteiger. Detaillierte Informationen über Inhalte, Kosten und Termine der Kurse kündigt Wischmann zeitnah auf www.bad-akademie.de an. Dort könnten sich Interessenten auch direkt anmelden. Außerdem gebe es unter www.wir-zeigen-zukunft.de weitere Einzelheiten zu dem gesamten Rationalisierungskonzept.


Das Projekt „Werkstatt Bad“ wird unterstützt von: Badnet, Bette, Bischoff Marmorwerk, Burgbad, Conceito, Duravit, Duscholux, Geberit, Glassdouche, Hansolu, Keuco, Messe Frankfurt, Nicol, Silceramiche, Uni Elektro, VDS, Viega, Wedi, Wellwall, Würth, Zehnder und ZVSHK.



Bildtexte

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Eine moderne und präzise Vorfertigung stellt eine entscheidende Verbesserung konventioneller Badrenovierungsprozesse dar, glauben die Initiatoren der „Werkstatt Bad“. Mit der praktischen Konzeptpremiere zur „ISH“ wollten sie demonstrieren, dass sich dadurch in kürzerer Zeit mehr Bäder in höherer Qualität mit weniger Monteuren bauen lassen. Davon profitiere letztlich die gesamte Branche.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / BADnet
   

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Das Konzept der „Werkstatt Bad“ basiert auf einer „intelligenten Modulbauweise“. Sie vermeide einerseits einen Auftragsstau und begegne andererseits wirksam dem akuten Fachkräftemangel. Da es sich dabei um ein generelles Branchenthema handele, bietet die vertriebsstufenübergreifende Bad-Akademie der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) dazu künftig ein- bzw. fünftägige Praxisseminare an.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / BADnet
   

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Das Vorfertigungskonzept „Werkstatt Bad“ verändert den bisherigen Prozessablauf, indem es Arbeitszeit von der Baustelle in das Büro bzw. in die Werkstatt verlagert. Der Effekt: Komplette Badrenovierungen sind erheblich reklamationsfreier, kostengünstiger und schneller zu realisieren. Eine Halbierung der Umbauzeit ist nach Meinung der Initiatoren durchaus erreichbar.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / BADnet


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Rationelle Methode: Auf einer Schablone, die auf der Baustelle später zugleich als Beplankung dient, werden die dank CAD-Zeichnung exakt vermessenen Produkte genau positioniert und eingebaut. Dadurch gebe es bei der Installation „vor Ort“ keine lästigen und oft zeitintensiven Korrekturen. Außerdem schone das System die Gesundheit der Mitarbeiter.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / BADnet

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