10. Jun 2006

Markantes Signal

Hamburg/Bonn - (vds) Der leichte Stimmungsaufschwung in der gesamten deutschen Wirtschaft erfasst auch die Sanitärbranche. Sie rechnet daher 2006 im Vergleich zum - allerdings schwachen - Vorjahr mit einem besseren Inlandsgeschäft. Diese Prognose gab Fritz-Wilhelm Pahl als Vorsitzender der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) während einer Pressekonferenz Ende Mai in Hamburg ab, die primär der Vorstellung einer neuen Bad-Grundlagenstudie gewidmet war. Mit der umfassendsten derartigen Repräsentativerhebung hatte der Dachverband von Industrie, Fachgroßhandel und Fachhandwerk zum sechsten Mal die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beauftragt.Mit Hinweis auf die jüngsten Resultate des vom ifo-Institut für die SHK-Wirtschaft ermittelten Konjunkturbarometers sprach Pahl von einer "deutlichen Aufhellung der Indikatoren" im Sanitärbereich. Das gelte seit Jahresbeginn für Geschäftslage und Geschäftserwartungen gleichermaßen. Nachdem die optimistischere Haltung zunächst bei Industrie und Großhandel zu registrieren gewesen sei, erstrecke sie sich inzwischen auch auf das Handwerk. Daran gemessen, werde die gesamte Branchensituation derzeit "so günstig wie seit vielen Jahren nicht mehr" eingeschätzt. Das schlage sich in dem aus den beiden Parametern "Lage" und "Erwartungen" errechneten ifo-Geschäftsklimaindex für die Sanitärwirtschaft markant nieder, der im April 2006 mit plus 25 % seinen bisherigen Höchststand erreicht habe. Im Februar, ergänzte Pahl, war er seit dem Start der Erhebungsreihe (Ende 2004) erstmals überhaupt in der positiven Zone.Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene stütze u. a. der Aufwärtstrend des GfK-Indikators der Anschaffungsneigung der Bundesbürger die "neue Zuversicht". Es bleibe zu hoffen, dass das alles "kein Strohfeuer", sondern von Dauer sei, um die Konsum- und Investitionsfreude langfristig zu beflügeln. Gerade mit Blick auf den hohen Renovierungsanteil von 70 - 80 % spiele das faktische Verbraucherverhalten für die Sanitärbranche eine Hauptrolle.Pahl warnte jedoch abschließend vor "überschäumendem Inlandsoptimismus". So machten dem Wirtschaftszweig die "exorbitant gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise" schwer zu schaffen. Schon aufgrund des hart umkämpften Marktes liege es auf der Hand, dass diese Verteuerungen "auch nicht annähernd" komplett an die Kunden weiterzugeben seien. Zudem stelle z. B. die Mehrwertsteuererhöhung ab 2007 einen "erheblichen konjunkturellen Unsicherheitsfaktor" dar. Deshalb blieb der VDS-Vorsitzende in Hamburg bei seinem bereits Ende 2005 artikulierten Motto der "nüchternen Zuversicht".Bad-Aktionstage: Prinzipielle und spezielle MerkpostenVerbandsgeschäftsführer Jens J. Wischmann ging im Rahmen der Pressekonferenz auch auf die am 6./7. Mai 2006 bundesweit veranstalteten Aktionstage "Neue Bäder erleben" ein. Ziel der zum zweiten Mal realisierten VDS-Initiative sei es wieder gewesen, die Fachausstellungen des Großhandels sowie die Badstudios des Handwerks stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Diesmal beteiligten sich, wie es hieß, über 700 Ausstellungen der beiden Vertriebsstufen. Außerdem waren danach zahlreiche Showrooms der Industrie für das Publikum geöffnet.Endgültige Resultate liegen, so Wischmann, bis Anfang Juli vor. Als Zwischenfazit lasse sich aber bereits jetzt überall dort von einem Erfolg sprechen, wo die Betriebe nicht nur das umfassende VDS-Aktionsmittelpaket konsequent eingesetzt, sondern die Attraktivität für die Verbraucher durch weiteres Engagement noch gesteigert hätten. Viele dieser Unternehmen "meldeten konkrete Angebote und sogar Aufträge" als direkte Effekte der Aktionstage. Prinzipiell müsse man immer wieder darauf hinweisen, dass die VDS-Initiative ein "professionelles Gesamtmarketing" der Firmen weder ersetzen wolle noch könne. Außerdem diene sie in hohem Maße zur generellen Branchenprofilierung.Insofern sei auch die häufige Frage nach dem "zählbaren Aktionsnutzen" zu relativieren. Trotzdem machte Wischmann eine "unseres Erachtens vorsichtige" Beispielrechnung auf: "Unterstellen wir einmal, dass von den 2005 auf rund 100.000 geschätzten Ausstellungsbesuchern letztlich nur 10 % eine Badmodernisierung mit Durchschnittskosten von jeweils 15.000 Euro durchführen, so stoßen die Aktionstage unmittelbar ein Investitionsvolumen von 150 Mio. Euro an." Mit Blick auf den gesamten Inlandsumsatz der Branche von etwa 11 Mrd. Euro sei das "einer von vielen kleinen Tropfen, die am Ende bekanntlich einen Strom ergeben". Der VDS-Geschäftsführer bezeichnete die Bad-Aktionstage daher auch in dieser Hinsicht als "gutes Instrument".BildunterschriftenBild 343Trendwende: Der Stimmungsaufschwung in der Gesamtwirtschaft hat auch die deutsche Sanitärbranche erfasst. Das spezielle ifo-Konjunkturbarometer erreichte im April 2006 mit plus 25 % den höchsten Klimawert seit Beginn der Erhebung (Ende 2004). Geschäftslage und Geschäftserwartungen trugen zu diesem Indikator gleichermaßen bei. Trotz der "erfreulichen Aufhellung" und der verbesserten Perspektiven für 2006 warnt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) vor übertriebenem Optimismus.Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)Bild 461Erfolgsrezept: Wer sich voll engagiert, profitiert. Diese Devise galt auch für die Teilnehmer an den Bad-Aktionstagen 2006, hob die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in einem vorläufigen Resümee hervor. Insgesamt öffneten am ersten Mai-Wochenende bundesweit über 700 Ausstellungen von Großhandel und Handwerk ihre Pforten für das private Publikum.Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)Bild 462Beispielrechnung: Wenn von den zur letztjährigen Premiere des Bad-Aktionstages geschätzten 100.000 Besuchern nur 10 % eine Badmodernisierung mit Durchschnittskosten von jeweils 15.000 Euro durchführen, wurde unmittelbar durch die Veranstaltung ein Investitionsvolumen von 150 Mio. Euro angestoßen. Mit dieser "vorsichtigen Kalkulation" reagiert die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) auf Fragen nach dem "zählbaren Nutzen" der 2006 zum zweiten Mal realisierten Brancheninitiative zur nationalen und zugleich lokalen Profilierung der Fachausstellungen.Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Duravit

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