05. Mai 2008

Bestätigte Befürchtung

Bestätigte BefürchtungSanitärumsatz 2007: Minus statt Plus / Korrigierte Branchenzahlen / Inlandsenttäuschung als Ursache / Exportdynamik bremst Abschwung / Scharfer Wettbewerb / Moderates Wachstum 2008? / Bessere Indexwerte / Unsicherheiten bleiben / Mittelfristiger OptimismusBonn - (vds) "Unzufriedenheit wäre zu wohlwollend, Ernüchterung ist das richtige Wort." So kommentiert Fritz-Wilhelm Pahl das endgültige Umsatzergebnis der Sanitärbranche für 2007. Es weist nach korrigierten ifo-Berechnungen nur noch 15,2 Mrd. Euro und damit ein Minus von 1,3 % gegenüber Vorjahr (15,4 Mrd. Euro) aus, teilt der Vorsitzende der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) mit. Ende 2007 sei man auf Basis einer vorläufigen Schätzung noch von einem Anstieg um rund 2 % ausgegangen. Der durch die Abschlusswerte jetzt dokumentierte Rückschlag komme indes nicht unerwartet, sondern bestätige vielmehr die schon seinerzeit befürchtete Negativentwicklung. Unverändert bleibe momentan aber die Prognose eines moderaten Umsatzwachstums von 2 % in diesem Jahr. Allerdings will Pahl dafür "die Hand keineswegs ins Feuer legen". Erste Stabilisierungstendenzen im Auftaktquartal sowie ein im April etwas freundlicheres Geschäftsklima stimmen ihn jedoch "begrenzt zuversichtlich".Der vorwiegend mittelständisch geprägte Wirtschaftszweig litt 2007 primär unter dem "deutschen Wohnungsbau-Desaster" und der daraus resultierenden schwachen privaten Badnachfrage. Sie schlug sich den Verbandsangaben zufolge am Ende in einem um 3,2 % auf 12,1 Mrd. Euro (nach 12,5 Mrd. Euro) gesunkenen Inlandsumsatz nieder. Die "herbe Enttäuschung" werde für Industrie, Großhandel und Handwerk auch nicht dadurch geringer, dass das offenbar von Vorzieheffekten "stark überzeichnete" 2006 ausgesprochen gut gelaufen sei. Zudem war es, betont Pahl, 2007 erneut ausschließlich der anhaltenden Exportdynamik zu verdanken, dass die Umsatzverluste der Branche insgesamt im Rahmen blieben. Die vor allem von Herstellern im Ausland erzielten Verkaufserlöse kletterten danach um 6,9 % auf 3,1 Mrd. Euro. Der national und international an Schärfe zunehmende Verdrängungswettbewerb sorgte und sorgt, wie es heißt, in Verbindung z. B. mit den hohen Rohstoff- und Energiekosten bei vielen Betrieben für einen erheblichen Ertragsdruck.Kein klares BildFür 2008 sieht der VDS-Vorsitzende im Inland aktuell "einige Hoffnungsschimmer". Dazu gehöre der jüngste GfK-Konsumklimaindex, der für Mai erstmals seit Juli letzten Jahres wieder einen deutlichen Anstieg signalisiere. Auch der für Badinvestitionen relevante Indikator der Anschaffungsneigung zog im Beobachtungsmonat spürbar an. Er liege aber nach wie vor unter seinem langjährigen Durchschnittswert, so dass die Konsumforscher zu Recht auf konträre Einflussfaktoren hinwiesen. Während sie einerseits günstige Rahmenbedingungen bei Beschäftigung und Einkommen konstatierten, ließen sie andererseits keine Zweifel an der immer noch bestehenden Verunsicherung und Kaufzurückhaltung der Bundesbürger. Pahl: "Wohin sich die Waage wirklich neigt, bleibt also weiter offen."In der Sanitärbranche selbst scheine langsam mehr Optimismus einzukehren. Das zumindest könne man aus der vom ifo-Institut monatlich durchgeführten speziellen Konjunkturumfrage ableiten. Danach setzte das Geschäftsklima im April 2008 seinen moderaten Erholungstrend fort. Mit + 11 % habe es das beste Niveau seit Juni 2007 erreicht. Erfreulich sei ferner, dass sich die zwei dafür entscheidenden Komponenten Erwartungen (+ 8 %) und Lage (+ 14 %) in der positiven Zone stabilisierten. Es müsse kein Nachteil sein, dass sich die zuversichtlichere Einschätzung von Industrie, Großhandel und Handwerk per saldo derzeit in "kleinen Schritten" vollziehe.Unter dem Strich stuft Pahl die ifo-Prognose des 2008 um 2 % auf 15,5 Mrd. Euro wachsenden Branchenumsatzes als "realistisch" ein. Vor Überraschungen sei man indes nie gefeit. Das gelte, wie die Erfahrung lehre, primär für das Inlandsgeschäft, das um knapp 2 % auf 12,3 Mrd. Euro zulegen soll. Der Exportboom verliere u. a. wegen der größeren weltwirtschaftlichen Risiken und des hohen Euro-Kurses vermutlich an Schwung. Hier rechne ifo im laufenden Jahr nur noch mit einem Plus von gut 3 % auf dann 3,2 Mrd. Euro. Mittelfristig räumt der VDS-Vorsitzende dem Badgeschäft "exzellente Perspektiven" ein, denn am Marktpotenzial fehle es weder im In- noch im Ausland.BildtexteBild 3016Rückschlag: Auf 2007 blickt die Sanitärbranche "ernüchtert" zurück. Nach korrigierten Berechnungen des ifo-Institutes steht für das abgelaufene Jahr nur noch ein Gesamtumsatz von 15,2 Mrd. Euro und damit ein Minus von 1,3 % gegenüber Vorjahr zu Buche. Ende 2007 ging die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) auf Basis einer ersten Schätzung noch von einem Anstieg um rund 2 % aus. Die durch die Inlandsschwäche (- 3,2 %) verursachten endgültigen Werte seien indes nicht unerwartet gekommen, sondern bestätigten vielmehr die schon seinerzeit befürchtete negative Entwicklung. Unverändert bleibe momentan aber die Prognose eines moderaten Umsatzwachstums von 2 % in diesem Jahr.Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)Bild 3017Hoffnung: Der vom ifo-Institut durchgeführten speziellen Konjunkturumfrage zufolge scheint in der Sanitärbranche langsam mehr Optimismus einzukehren. So setzte das Geschäftsklima im April 2008 seinen moderaten Erholungstrend der letzten Monate fort, meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Mit + 11 % habe es das höchste Niveau seit Juni 2007 erreicht. Erfreulich sei ferner die "positive Stabilisierung" der beiden Komponenten Erwartungen und Lage. Im Übrigen müsse es kein Nachteil sein, dass sich die zuversichtlichere Einschätzung in "kleinen Schritten" vollziehe.Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)

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