05. Mrz 2009

Abschwung nach Anstieg

Bonn – (vds) Große Unsicherheit für 2009 und ein kräftiges Umsatzplus 2008: Auf diese Kurzformel lässt sich die Situation der Badbranche nach Aussage ihres Dachverbandes bringen. Wie die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) meldet, entwickelt sich dabei das Inlandsgeschäft erstmals seit vielen Jahren besser als die Auslandsnachfrage. Bei ihr wirke sich die zuletzt als Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zunehmende Auftragsschwäche besonders stark aus. Erfreulich sei dagegen das Resultat einer aktuellen, für rund 62 Mio. Deutsche ab 18 Jahre repräsentativen forsa-Studie. Danach glauben 67 % der Bevölkerung, dass das eigene Zuhause als „privater Rückzugsort“ durch die Krise für die Menschen wichtiger wird. 22 % gehen von einer unveränderten und nur 6 % von einer geringeren Bedeutung aus, ergab die Mitte Februar 2009 realisierte Erhebung. Das „eindrucksvolle Votum“ erhöht nach Meinung von VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann auch die Chancen für steigende Badinvestitionen der Bundesbürger.

Wie es heißt, erzielte die gesamte Sanitärwirtschaft (Industrie, Großhandel, Handwerk) 2008 auf Basis neuer ifo-Zahlen einen Umsatz von 16,1 Mrd. Euro. Dies entspreche gegenüber 2007 (15,3 Mrd. Euro) einem nominalen Wachstum von 5,2 %. Damit habe die Branche speziell mit Blick auf das „unbefriedigende Schlussquartal“ per saldo besser als erwartet abgeschnitten. Als „weitere Überraschung“ bezeichnet Wischmann das überproportionale Inlandsplus von 5,8 % auf 12,7 Mrd. Euro. Dagegen sei der im Wesentlichen von der Industrie erwirtschaftete Auslandsumsatz um 3 % auf 3,4 Mrd. Euro gestiegen. Bei der Gesamtbewertung des relativ kräftigen Aufschwungs dürfe man aber den durch das „schlechte 2007“ verursachten Basiseffekt nicht übersehen.

Für 2009 seien die Vorzeichen erheblich ungünstiger. Generell weist Wischmann auf den „hohen Unsicherheitsfaktor“ hin, der auch in der Sanitärwirtschaft derzeit für alle Einschätzungen gelte und wahrscheinlich für mehrfachen Korrekturbedarf im Jahresverlauf sorge. Unter diesem Vorbehalt stehe die aktuelle ifo-Prognose. Danach sinken die Branchenumsätze 2009 im In- und Ausland moderat. Insgesamt sei gegenwärtig mit einem Minus von rund 3 % auf etwa 15,6 Mrd. Euro zu rechnen. Wenig Hoffnung mache zudem das für den mittelständischen Wirtschaftszweig monatlich erhobene Konjunkturbarometer. Während die Geschäftslage von den Betrieben noch als vergleichsweise stabil beurteilt werde, dominiere bei den Erwartungen für die nächsten sechs Monate eine ausgeprägte Skepsis.

Keine Sonderstellung

Ähnliche Entwicklungen konstatiert Wischmann für die komplette haus- und gebäudetechnische Branche, zu der neben dem Sanitärbereich die Sektoren Heizung, Klima und Lüftung gehören. Für 2008 meldet der VDS-Geschäftsführer hier eine Umsatzzunahme von 6,8 % auf 39,1 Mrd. Euro (nach 36,6 Mrd. Euro). Im Unterschied zu der Sanitärwirtschaft sei das Wachstumstempo im In- und Ausland mit plus 6,7 % bzw. 7,3 % praktisch identisch verlaufen.

Für 2009 zeichne sich derzeit ein Rückgang der Verkaufserlöse um ca. 3 % auf unter 38 Mrd. Euro ab. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich die SHK-Branche der allgemeinen Abwärtstendenz nicht entziehen könne, liefere der voraussichtliche Trend bei den Mitarbeiter- und Unternehmenszahlen. Danach drohe 2009 in der Haus- und Gebäudetechnik mit ihren über 400.000 Beschäftigten der Verlust von etwa 10.000 Arbeitsplätzen. Außerdem deute sich erstmals eine sinkende Unternehmenszahl an. Wenn sie sich wie prognostiziert auf knapp 51.000 reduziere, entspreche das wieder dem Niveau von 2006.

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Datum: März 2009

Überraschung: Mit einem um 5,2 % auf 16,1 Mrd. Euro gestiegenen Gesamtumsatz schnitt die Sanitärbranche nach Angaben ihres Dachverbandes 2008 besser als erwartet ab. Dabei habe sich das Inlandsgeschäft erstmals seit vielen Jahren günstiger als die Auslandsnachfrage entwickelt. Für 2009 meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) aber „erheblich schlechtere Vorzeichen“. In dem vom ifo-Institut prognostizierten moderaten Rückgang um etwa 3 % stecke ein „hoher Unsicherheitsfaktor“. Er beruhe primär auf der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise.

Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3022

Bildhinweis: Sie finden rechts zum Download Charts mit den Zahlen zu Umsatz Sanitär, Umsatz Haustechnik allgemein, Mitarbeitern, Unternehmen und zur Bedeutung des Heims als Rückzugsort.

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