07. Dez 2009

Inland als Stütze

Bonn – (vds) Nach einem speziell für die Industrie „extrem schwierigen Jahr“ ist es noch zu früh, das Ende der Krise auszurufen. Dennoch und trotz der unverändert zahlreichen Unsicherheitsfaktoren überwiegt in der mittelständisch geprägten Branche ein „leichter Optimismus“ für 2010. Auf diesen Nenner bringt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Status und Perspektiven der Absatzentwicklung im In- und Ausland. Per saldo dürfte die generelle Rezession nach Meinung des Dachverbandes im Badsektor nicht so tiefe Spuren hinterlassen wie in anderen Wirtschaftszweigen.

Auf Basis neuer Schätzungen des ifo-Institutes geht der Umsatz der Sanitärbranche 2009 auf 15,6 Mrd. Euro und damit um nominal 5,5 % gegenüber 2008 (16,5 Mrd. Euro) zurück. Während sich danach das Inlandsgeschäft mit einem Minus von 2,3 % (12,7 Mrd. Euro nach 13,0 Mrd. Euro) noch relativ gut behauptet, sinken die im Ausland erzielten Verkaufserlöse kräftig um rund 17 % auf 2,9 Mrd. Euro (nach 3,5 Mrd. Euro) und damit erheblich stärker als noch zur Jahresmitte erwartet. Unter diesem „drastischen Einbruch“ leide primär die Industrie. Fachgroßhandel und Fachhandwerk profitierten dagegen von dem „fast stabilen Heimatmarkt“. Insofern wirke sich die Krise auf den drei Vertriebsstufen „erkennbar unterschiedlich“ aus.

Für 2010 sage ifo ein geringes Umsatzwachstum voraus. Insgesamt könne die Sanitärwirtschaft danach auf ein Plus von knapp 3 % und damit auf 16,0 Mrd. Euro kommen. Dabei falle der Anstieg in Deutschland mit etwa 2 % auf 12,9 Mrd. Euro voraussichtlich bescheidener aus als im Ausland. Hier halte man auf dem deutlich reduzierten Niveau eine Erholung um rund 7 % auf ca. 3,1 Mrd. Euro für möglich.

In Folge des „akuten Defizits“ an fundierten Orientierungswerten sei jedoch bei allen Prognosen Vorsicht geboten. Außerdem reiche eine Geschäftsbelebung in dem jetzt geschätzten Umfang keineswegs aus, um die diesjährigen Einbußen zu kompensieren. „Ungeachtet dessen hoffen wir auf stabilisierende Elemente“, kommentiert Jens J. Wischmann die aktuellen Zahlen. Das resultiert, erklärt der VDS-Geschäftsführer, auch aus den positiven Beiträgen, die professionell geplante und realisierte Bäder zur Lösung wichtiger Aufgaben leisten könnten. Das gelte u. a. für die Bewältigung des demografischen Wandels, die Gestaltung barrierefreier Wohnungen sowie die praktischen Konsequenzen aus der berechtigten Forderung nach ressourcenschonenden, nachhaltigen Ausstattungskonzepten.

Keine Personaleinschnitte

Ähnliche Tendenzen zeigten sich in der kompletten haus- und gebäudetechnischen Branche, die neben dem Sanitärsektor die Wirtschaftszweige Heizung, Klima und Lüftung umfasse. Laut ifo sorge hier in erster Linie ebenfalls das um fast 15 % schrumpfende Auslandsgeschäft (7,5 Mrd. Euro nach 8,8 Mrd. Euro) dafür, dass der Gesamtumsatz 2009 um nominal gut 5 % auf 37,6 Mrd. Euro (nach 39,6 Mrd. Euro) sinke. Dagegen bleibe das Inlandsminus mit etwas über 2 % auf 30,1 Mrd. Euro (nach 30,8 Mrd. Euro) in Grenzen. Für 2010 zeichne sich derzeit ein moderates Plus der Verkaufserlöse von ca. 2 % auf dann 38,4 Mrd. Euro ab.

Als „erfreuliches Signal“ stuft Wischmann die prognostizierte Entwicklung bei den Mitarbeiterzahlen ein. Auf dieser Grundlage gebe es in den rund 50.000 Industrie-, Großhandels- und Handwerksunternehmen entgegen früherer Befürchtungen keine Einschnitte bei den Beschäftigten. Vielmehr könne sich die Zahl 2010 in etwa auf dem Niveau von 2008 (409.000) stabilisieren. Damit stelle die Branche ihr Bemühen unter Beweis, speziell qualifiziertes Personal auch in der Krise nach Möglichkeit in den Betrieben zu halten.


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Verursacher: Für den nach einer neuen ifo-Schätzung 2009 um nominal 5,5 % auf 15,6 Mrd. Euro sinkenden Umsatz der Sanitärbranche ist primär das um rund 17 % einbrechende Auslandsgeschäft verantwortlich. Das geht vor allem zu Lasten der Industrie, meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Dagegen profitierten Fachgroßhandel und Fachhandwerk von dem fast stabilen deutschen Markt. Trotz „erheblicher krisenbedingter Unsicherheitsfaktoren“ signalisiere die Prognose für 2010 wieder einen leichten Aufwärtstrend.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)    Bild 3039

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