27. Aug 2009
(K)ein kleines Problem
Nur nicht klein beigeben: Maximaler Komfort für Minibäder / VDS gibt wichtige Tipps zu Farben, Formaten und Möblierung / Ebenfalls im Fokus: Schlauchbäder mit WC-Separee / 19. September 2009: Sanitärprofis beraten am „Tag des Bades“
Bonn – (vds) Zu hoch, zu schmal, zu kurz: Viele Bäder haben einen unglücklichen Schnitt und viel zu wenig Quadratmeter. Dennoch muss man bei ihrer Einrichtung nicht gleich klein beigeben. Etwas Geschick gehört allerdings dazu, denn gerade bei Grundrissen, bei denen es auf jeden Zentimeter ankommt, sind gründliche Überlegungen gefragt. Wer laut Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) wichtige Grundsätze bei seinen Planungen beachtet, kann ungünstige Verhältnisse positiv beeinflussen und dem Eindruck von Enge optisch entgegenwirken.
So rät der Bonner Branchenverband zu hellen Farben an Wand und Boden. Sie lassen den Raum größer wirken. Zu den Favoriten zählen neben Weiß- auch alle Grau- oder Sandtöne. Möbelfronten in dunkler gemaserten Holzfurnieren oder glanzvoll lackiert in Braunnuancen wie Nuss oder Cappuccino schmeicheln dem Auge und bringen Leben ins Ambiente. Großformatige Fliesen an Boden und Wänden genießen Vorrang gegenüber kleineren Varianten, da sie weniger Fugen erzeugen und Flächen insgesamt homogener erscheinen lassen. Außerhalb der Nassbereiche kann zudem auf eine deckenhohe Verfliesung verzichtet und stattdessen zu wasserabweisendem, mineralischem Putz gegriffen werden. Das trägt zur wohnlichen Atmosphäre bei.
Wie die VDS weiter meldet, bieten Markenhersteller spezielle Sanitärkeramik mit geringer Ausladung und kompakten Abmessungen. Kombiwannen laden gleichzeitig zum Duschen und Baden ein und zeigen, dass auch im Kleinbad beides geht. Schmerzhafte Kontakte mit dem Wanneneinlauf weiß dabei ein integrierter Zulauf zu verhindern. Eine seitliche Abmauerung verhilft Armaturen zu einem exponierten „Sitzplatz“; der Badegast darf sich über mehr Armfreiheit und Abstellfläche freuen. Für die Duschabtrennung ist transparentes Material ein Muss. Das dient dem Weitblick. Große Spiegel oder komplett verspiegelte Wände schummeln optisch Platz hinzu. Wer ein Beschlagen durch Wasserdampf fürchtet, lässt sich zum Beispiel im Bereich des Waschplatzes hinter der Spiegelwand eine Elektrofußbodenheizung installieren, lautet ein cleverer Tipp.
Ein besonderes Augenmerk unter den Kleinbädern gilt den häufig rund sechs Quadratmeter großen, sogenannten Standard-Schlauchbädern, erklärt VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann. Dem Schlauchcharakter werde durch das Querstellen der Wanne entgegengewirkt. Mit Falt- bzw. Fadenstores oder aber dekorativen Bambusstäben könne man das WC im vorderen Bereich des Raumes separieren und trotzdem den „offenen“ Charakter beibehalten; ein schmales Handwaschbecken vis-à-vis – fertig sei das Gäste-WC. Je nach Präferenz böten sich in hohen Altbaubädern außerdem deckenhohe Schranklösungen eventuell sogar mit Platz für eine 45 Zentimeter breite Waschmaschine an.
Interessenten, die eine Modernisierung ihres Kleinbades in Betracht zögen, empfiehlt Wischmann, eine von bundesweit rund 2.000 ständigen Badausstellungen zu besuchen – zum Beispiel am 19. September 2009, dem nationalen „Tag des Bades“. Aber auch zu anderen Terminen könnten die qualifizierten SHK-Profis Ideen und Wünsche fachmännisch beurteilen, ergänzen und umsetzen. Informationen, heißt es abschließend, gibt es außerdem im Internet unter www.gutesbad.de.
Bildunterschriften zu „1 Bad – 3 Perspektiven“
Entwurf 1
Baden und duschen in einem, die Kombiwanne dabei quer gestellt, ein großzügiger Waschtisch mit Stauraum sowie ein mit Bambusstäben optisch abgetrennter WC-Bereich – das sind die Merkmale, mit denen das rund sechs Quadratmeter große Standard-Schlauchbad auf den ersten Blick gewinnt. Zur „offenen“ Planung gehören ferner eine Glasabtrennung, die den Waschtisch vor Wasserspritzern abschottet, sowie großformatige Fliesen in Sandtönen, die gemeinsam mit dem Spiegel über der Vorwandinstallation Weite „vorgaukeln“. Dazu dunkleres Holz am Waschtisch, das setzt wohnliche Akzente, erklärt die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).
Bilder 4049 (Grundriss_1) und 4050 (Perspektive_1)
Entwurf 2
Wer in seinem Bad Wert auf Schrankplatz legt und noch dazu eine kleine Waschmaschine unterbringen möchte, ist laut Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) mit diesem Entwurf gut bedient. Wieder quer gestellt: die Bade- und Duschwanne. Im Vergleich zur ersten Planung des sechs Quadratmeter großen Standard-Schlauchbades wird in diesem Fall die Raumhöhe für eine L-förmige Kombination aus Hochschrank und unterhalb der Decke laufenden Oberschränken genutzt. In „Cappuccino“ lackierte Fronten zaubern Glanz und reflektieren zugleich Licht. Dem Eindruck von Enge wirkt außerdem die im Waschtisch- und WC-Bereich komplett verspiegelte Wand entgegen. Clever: Durch die dahinter liegende Fußbodenheizung kann sie nicht beschlagen.
Bilder 4051 (Grundriss_2) und 4052 (Perspektive_2)
Entwurf 3
Ein von zwei interessant strukturierten Natursteinwänden flankierter Waschplatz dominiert das Schlauchbad bei dieser etwas „zugeknöpfteren“ Planungsvariante. Der Raum wirkt dreigeteilt und erhält dadurch ein „separates“ Gäste-WC. Wer viel Besuch bekommt, weiß das zu schätzen. Das gegenüberliegende Handwaschbecken rundet diese Idee ab. In der raumhohen Vorwandinstallation für das WC wurde eine runde Nische für Deko eingelassen. Viel Stellfläche und Stauraum bietet der Waschtisch. Im großzügigen Unterschrank kommt laut Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) sogar eine 45 Zentimeter breite Waschmaschine zu ihrem Recht. Der bündig in die Wand eingebaute Spiegelschrank hält zahlreiche Utensilien und Steckdosen bereit. Reibungslosen Badespaß sowie komfortable Armfreiheit garantiert eine Wannenarmatur, die seitlich in einem Rand aus Naturstein sitzt. Die Wände ringsherum sind wasserabweisend verputzt.
Bilder 4053 (Grundriss_3) und 4054 (Perspektive_3)
Alle Planungen und Zeichnungen: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Stammer