08. Okt 2009

Mehr Lebensqualität

Warum und wie die Deutschen Bäder renovieren / Fakten, Favoriten und Folgerungen / Klarheit durch Studie / Gute Noten für Profis / „Badkauf ist Vertrauenssache“ / Beratung und Ausführung prägen Entscheidungen / Weiter großer Modernisierungsbedarf

Bonn – (vds) Deutsche Haus- und Wohnungseigentümer renovieren ihr Bad vor allem, um sich den lange gehegten Wunsch nach mehr Komfort und Lebensqualität zu erfüllen. Mit den erzielten Ergebnissen sind sie in hohem Maße zufrieden. Gleiches gilt für die Praxisleistungen von Sanitär-Fachbetrieben, denen die Verbraucher die konkreten Badprojekte mehrheitlich anvertrauen. So lauten einige Kernresultate einer neuen Repräsentativstudie.

Im Auftrag des Fördervereins der Sanitärindustrie, des Sanitärhandels und des Sanitärhandwerks (FSI) sowie der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) befragte das Institut Demoscope research & consult 1.000 Haushalte, die in den letzten 24 Monaten in eine Badrenovierung mindestens 1.000 Euro investierten. Die im Frühjahr 2009 realisierte Erhebung spiegelt eine Grundgesamtheit von bundesweit 16,2 Mio. privaten Haus- und Wohnungseigentümern wider, heißt es in einem Ergebnisbericht der Initiatoren. Wie Badmodernisierer wirklich denken und handeln, das lasse sich nun ebenso umfassend wie klar beschreiben.

„Längst überfällig“

Danach ist z. B. das Bad zu gleichen Teilen Wohlfühlort und Funktionsraum. Während der Wohlfühlaspekt vor allem bei Frauen und höheren Einkommensgruppen überwiege, achteten primär Rentner und Pensionäre eher auf die Funktion. Mit 12 Quadratmetern liege die durchschnittliche Badgröße bei den Renovierern erheblich über dem generellen deutschen „Badstandard“ von knapp 8 Quadratmetern. Die Hauptursache dafür sieht VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann in der Konzentration auf Haus- und Wohnungseigentümer. So decke die Untersuchung die in der Regel (viel) kleineren Mieterbäder nicht ab.

Als Renovierungsanlass spielten Schäden am bzw. im Bad für die Investoren nur eine relativ geringe Rolle. An der Spitze der „Top 10-Liste“ stünden Kriterien wie „längst überfällig“ (39,5 %), „wir wollten modernisieren“ (25,5 %) und „fühlten uns nicht mehr wohl“ (15,9 %). Bereits auf Platz 4 rangiere das Motiv „nicht seniorengerecht“ (10,3 %). Tendenzprognose: weiter kräftig steigend.

Spezieller Autovergleich

Mit ihrem neuen Bad waren laut Studie insgesamt über 95 % der Renovierer zufrieden bzw. sehr zufrieden. Bei der Ausführung durch Fachhandwerksfirmen registrierten die Interviewer mit fast 96 % eine noch leicht höhere Quote, die den Bad-Profis ein „ausgezeichnetes Zeugnis“ ausstelle. Die durchschnittlichen Renovierungskosten pro Bad betrugen den Angaben zufolge rund 8.600 Euro. Das sei jedoch insofern ein rein statistischer Wert, als sich darin die „große Bandbreite“ bei Art, Umfang und Aufwand der individuellen Arbeiten nicht niederschlage. In der Kategorie „Komplettrenovierung mit Fachhandwerk“ investierten die Haus- bzw. Wohnungsbesitzer im Mittel knapp 13.000 Euro. Wischmann vergleicht das mit einer Autoanschaffung: „Damit kostet ein gutes neues Bad vom Profi zum Beispiel weniger als ein ‚VW Polo’. Außerdem bietet es auf Dauer ebenso viel oder sogar mehr Erlebnis und Erholung als jeder fahrbare Untersatz.

„Perfekte Ausführung“ entscheidend

Die Frage „Wer baute das Bad?“ beantworteten die Marktforscher so: Über 60 % der Renovierungen wurden ganz oder überwiegend vom Fachhandwerk erledigt. Besonders Freiberufler, leitende Angestellte/höhere Beamte und Komplettrenovierer gehörten danach in starkem Maße zu den Profi-Kunden. In knapp 40 % der Fälle schritten die Verbraucher – in unterschiedlichen Varianten – in eigener Regie oder mit Hilfe von Nachbarn bzw. Freunden zur Tat.

Bei Aufträgen an Fachunternehmen gab mit weitem Vorsprung der Wunsch nach „perfekter Ausführung“ (53,9 %) den Ausschlag. Die nächsten Ranking-Plätze belegten die Argumente „kenne guten Fachbetrieb“ (21,5 %), „gute Beratung“ (17,3 %) und „Garantieleistung“ (17,1 %). Wie das Institut ferner herausfand, besuchten im Vorfeld der endgültigen Entscheidung zwischen 60 % und 70 % der Renovierer bis zu drei Badausstellungen des Großhandels oder des Handwerks – und das im Schnitt bis zu dreimal.

Maßgebliches Trio

Wie die VDS meldet, bescheinigten die Befragten den Badspezialisten darüber hinaus ein hohes Niveau bei der Beratung. Über 90 % der auf sie vertrauenden Renovierer stuften sie danach als „kompetent“ (52,1 %) oder sogar als „sehr kompetent“ (40,1 %) ein. Dabei gehe es häufig um mehr als nur um reines Fachwissen. Gerade beim Komplettbad sei u. a. auch der Aspekt wichtig, Zeit für den Kunden zu haben. Wischmann: „Badkauf ist eben Vertrauenssache.“ Folgerichtig übte das Trio „umfassende Beratung“ (25,7 %), „gute Referenzen“ (22,2 %) und „kompetentes Auftreten“ (21,5 %) den stärksten Einfluss auf die definitive Profi-Auswahl aus.

Bei der Gruppe, die die Badrenovierung ganz oder teilweise in die eigenen Hände nahm, outeten sich etwa 30 % als „überzeugte Selbermacher“. Weitere gut 15 % nannten „bessere zeitliche Spielräume“ als Motiv. Ebenfalls relevant: der Preisfaktor. Bei den Nachteilen der Bau- und Möbelmärkte gegenüber den Sanitärprofis waren – so das Votum der Do it yourself-Orientierten – die „schlechtere Beratung“ (25,1 %) und das „kaum fachkundige Personal“ (15,2 %) für die VDS „keine Überraschung“.

Lust statt Frust

Als Fazit der Untersuchung weist Wischmann auf die Konsequenzen für die Badbranche hin. Für sie komme es darauf an, ihre durch die Studie „erneut bestätigte Akzeptanz bei den Verbrauchern“ in der Praxis noch gezielter und systematischer zu nutzen. Zugleich gelte es, den mit einer Badrenovierung verbundenen nachhaltigen Gewinn an persönlicher Lebensqualität im wahrsten Sinne des Wortes zu emotionalisieren. Am Potenzial fehle es nicht: „In Deutschland gibt es Millionen alter Bäder mit täglicher Frust-Garantie.“


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Datum: Oktober 2009.

Priorität: Deutsche Haus- und Wohnungseigentümer renovieren ihr Bad vor allem, um sich den lange gehegten Wunsch nach mehr Lebensqualität zu erfüllen. Bereits auf Rang 4 liegt einer aktuellen Repräsentativstudie zufolge das Motiv „nicht seniorengerecht“, das nach Auffassung der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) künftig noch erheblich wichtiger wird.

Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3029

Spitzenreiter: Wenn Verbraucher Sanitär-Fachbetriebe mit der Badrenovierung beauftragen, geht es ihnen eindeutig in erster Linie um die „perfekte Ausführung“. Mit großem Abstand folgen Argumente wie „gute Beratung“ und „Garantieleistung“. Dieses Ranking ermittelte eine für 16,2 Mio. private Haus- und Wohnungseigentümer repräsentative Erhebung, meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).

Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3031

Referenz: Fast 96 % der Haus- und Wohnungseigentümer, die ihr Bad in den letzten beiden Jahren ganz oder überwiegend von einem Profi renovieren ließen, waren mit dessen Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden. Dieses Resultat einer repräsentativen Marktstudie stellt Fachbetrieben ein „ausgezeichnetes Qualitätszeugnis“ aus, betont die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Dazu passe auch die von den Befragten bescheinigte hohe Beratungskompetenz.

Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 4060

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