16. Dez 2010

VDS-Mitgliederversammlung: Dauerhaften Aufschwung sichern

Bonn – (vds) Die Hoffnungen darauf, dass der aktuelle Aufschwung keine kurze Episode bleibt, verstärken sich. Wurde der unter dem Strich positive konjunkturelle Branchentrend bisher überwiegend von dem relativ guten Status quo getragen, so scheinen ihn nun auch günstigere Zukunftsperspektiven zu stabilisieren. Zur Euphorie gibt es dennoch keinen Anlass. Auf diesen Nenner brachte die Mitgliederversammlung der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Ende November 2010 die Geschäftsentwicklung im In- und Ausland. Wie es in einem Pressebericht weiter heißt, stieß die Arbeit der Dachorganisation bei den Repräsentanten der drei Vertriebsstufen in Köln auf „breite Zustimmung“. Außerdem legte das höchste Verbandsorgan die kurz- und mittelfristigen Aktivitätenschwerpunkte fest. Dazu gehören 2011 die „ISH“, der am 17. September stattfindende „Tag des Bades“, eine neue umfassende Badstudie, gezielte Impulse auf den Themenfeldern „Weiterbildung“ und „Internet“ sowie ein verstärktes Engagement im politischen Raum.

 

Auf Basis der während der Veranstaltung präsentierten neuen ifo-Schätzungen steigt der Umsatz der Sanitärwirtschaft 2010 um nominal über 6 % auf 17,1 Mrd. Euro (2009: 16,1 Mrd. Euro). Während danach das Inlandsgeschäft um gut 5 % auf 13,9 Mrd. Euro (nach 13,2 Mrd. Euro) wächst, klettern die Verkaufserlöse im Ausland um etwa 10 % auf 3,2 Mrd. Euro (nach 2,9 Mrd. Euro). Verglichen mit den Erwartungen zu Jahresbeginn, sei es für die Branche damit „erheblich besser als prognostiziert gelaufen“. Auch die Tatsache, dass sich der Sanitärsektor 2010 nach übereinstimmender Aussage von Großhandel und Handwerk seit einigen Jahren erstmals wieder „klar positiver“ als z. B. die Heizungssparte entwickelte, zähle zweifellos zu den erfreulichen Resultaten.

 

Keine falsche Zufriedenheit

 

Laut ifo kann die Branche 2011 mit einem anhaltenden Aufwärtstrend rechnen, dessen Tempo sich gegenüber 2010 indes abschwäche. Insgesamt geht das Münchener Institut von einem Umsatzplus von 3,5 % auf dann 17,7 Mrd. Euro aus. Daran sei das Inland mit einem Wachstum von knapp 3 % auf 14,3 Mrd. Euro beteiligt, während es im Ausland voraussichtlich zu einem Anstieg um gut 6 % auf 3,4 Mrd. Euro komme.

 

Andreas Dornbracht warnte aber davor, diese Prognosewerte „isoliert zu betrachten“. Das gilt speziell für die Belebung des besonders für die Industrie relevanten Auslandsgeschäftes, betonte der VDS-Vorsitzende. So reiche die für 2011 vorhergesagte Erhöhung auf 3,4 Mrd. Euro noch nicht einmal aus, um die krisenbedingten Einbrüche zu kompensieren und an das Umsatzniveau von 2008 (3,5 Mrd. Euro) anzuknüpfen. Im Übrigen dürfe man keineswegs damit zufrieden sein, nur verlorenes Terrain wieder wettzumachen: „Wir brauchen wirkliches und nachhaltiges Wachstum.“

 

Mehr Offenheit und Transparenz

 

Um einen dauerhaften Aufschwung zu sichern, sei natürlich auch die Branche selbst gefordert. Mit den damit verbundenen zentralen Fragen und Themen befasste sich der VDS-Vorstand 2010 intensiv, erklärte Dornbracht. So gebe es im Sektor „Neue Medien und Internet“ Nachholbedarf, um die eigenen Leistungen etwa in Suchmaschinen „besser zu platzieren“. Bei der Entwicklung praktikabler Konzepte sei z. B. eine enge Kooperation zwischen ARGE Neue Medien und VDS zu begrüßen. Dachverbände alleine könnten das Problem jedoch nicht lösen. Vielmehr gehe das letztlich jedes einzelne Unternehmen an, zumal die Suche nach dem qualifizierten Badprofi primär vor Ort zum Erfolg führen müsse.

 

Generell wiederholte Dornbracht seine Auffassung, dass es darauf ankomme, „unsere Preise und Leistungen offener und transparenter zu kommunizieren“. Nur so könne dem Verbraucher bewusst gemacht werden, dass der „Lebensraum Bad“ weit mehr sei als die „Anhäufung vermeintlicher Internetschnäppchen“. Ein wichtiges und aus Sicht des Vorstandes unverzichtbares Modul stelle der „Tag des Bades“ dar, der als einziger gemeinsamer Branchenauftritt ein „starkes Unterstützungs-Votum“ verdiene.

 

Dornbracht sprach sich darüber hinaus für eine intensivere Präsenz auf der politischen Bühne aus. Die gesamte SHK-Wirtschaft verfüge dafür u. a. mit ihrer Kompetenz auf dem Feld der Ressourcenschonung durchaus über ganzheitliche Ansätze. Ersten Schritten müssten weitere Anstrengungen und Initiativen folgen. Dazu biete sich auch der wegen seiner „einschneidenden Konsequenzen“ in Zukunft immer wichtigere demografische Wandel an.

 

Gemeinsame Nachwuchs-Aufgabe

 

Mit Blick auf die „ISH“ wies Dornbracht darauf hin, dass die durch die VDS „stark und geschlossen auftretende“ Sanitärwirtschaft die Entwicklung der Trägerschaftsdiskussion „mit Sorge“ registriert habe. Am Ende eines „sehr schwierigen, langwierigen und mühevollen Prozesses“ sei es jedoch gelungen, eine akzeptable Lösung zu finden und damit eine reibungslose Durchführung der Leitmesse zu gewährleisten. Für den Badsektor spiele der separate Fachbeirat „ISH Water + Wellness“ eine große Rolle, könne er doch am ehesten für die „dringend nötige differenzierte Messekommunikation“ sorgen.

 

Abschließend ging der VDS-Vorsitzende auf eine für die Gesamtbranche „immer entscheidendere“ Aufgabe ein: die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs in allen drei Vertriebsstufen, besonders aber im Handwerk. Er könne sich eine gezielte Unterstützung der entsprechenden Bemühungen der Handwerksorganisation durch Großhandel und Industrie „gut vorstellen“. Auch die badbezogene Aus- und Weiterbildung stehe im Pflichtenheft der ganzen Branche.

 

Exemplarische Auswahl

 

Geschäftsführer Jens J. Wischmann informierte über Inhalte, Art und Resultate der Verbandsaktivitäten u. a. in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung, Marketing, Veranstaltungen und Internet. Als „Volltreffer“ bezeichnete er z. B.

- die quantitativ und qualitativ wieder „weit überdurchschnittliche“ Presseresonanz auf die systematische Branchen- und Bad-PR der VDS. Eigenen Hochrechnungen zufolge stehen für 2010 etwa 6.000 Einzelveröffentlichungen mit einer verbreiteten Auflage von ca. 130 Mio. Exemplaren und fast 400 Mio. Leserkontakten zu Buche. Schon die nüchternen Zahlen bestätigten die Professionalität und Effizienz von Themenauswahl und -aufbereitung.

- die 28-seitige, herstellerneutrale Verbraucher- und Beratungsbroschüre „Ihr Weg zum Traumbad“, deren Startauflage von 10.000 Stück bereits nach einem Monat vergriffen gewesen sei. Sie zeige an einem authentischen Umbaubeispiel zehn Schritte zum „individuellen Wohlfühl-Bad“ auf und mache damit nicht zuletzt die ganzheitliche Profikompetenz für Bauherren und Renovierer nachvollziehbar.

- das „VDS-Badforum“, bei dem sich Anfang September über 100 Teilnehmer über das zentrale Thema „Komplettbad“ austauschten und informierten. Die zum vierten Mal durchgeführte Veranstaltung habe ein durchweg positives Besucher- und Medienecho gefunden.

- den kompletten Relaunch der Internet-Plattform www.gutesbad.de. Die gestalterisch, inhaltlich und redaktionell rundum erneuerte Verbraucher-Website biete u. a. durch die „Vernetzung“ mit der Ratgeber-Broschüre einen hohen Info- und Servicewert, werde permanent aktualisiert und erweitert und stoße mit deutlich über 3 Mio. Zugriffen pro Jahr auf ein starkes Publikumsinteresse.

 

Kontinuität mit Veränderungen

 

In der Diskussion über den bundesweiten „Tag des Bades“ war sich die Mitgliederversammlung, wie es heißt, über die Fortsetzung der Branchenveranstaltung im Prinzip „völlig einig“ und folgte damit dem Vorschlag von Vorstand und PR- und Marketing-Ausschuss. Konkreter Termin der siebten Auflage: 17. September 2011. Auch an den 2010 erstmals formulierten „Leistungskriterien“ für die Teilnahme bzw. Listung der Ausstellungen solle festgehalten werden.

 

Ungeachtet dessen zeichne sich eine Modifikation des Konzeptes ab, die die gemachten Erfahrungen sowie ergänzende Praxiswünsche berücksichtige. So gebe es vermutlich Veränderungen im begleitenden „Medien-Mix“. Das Gesamtpaket werde der PR- und Marketing-Ausschuss auch mit Blick auf das verfügbare Projektbudget erarbeiten. Nach den Worten von VDS-Vorstandsmitglied Hartmut Dalheimer ist das IndustrieForum Sanitär (IFS) 2011 grundsätzlich abermals zur finanziellen Unterstützung bereit. Die Vertreter von Großhandel und Handwerk appellierten an den Herstellerverbund, dies in gleicher Höhe wie bisher zu tun.

 

Großes Pensum

 

Ein anderes Thema auf der Kölner Agenda: das Konzept einer vertriebsstufenübergreifenden, integrierten Weiterbildungsinitiative in den Bereichen „Badverkauf“ und „Badmanagement“. Primäres Ziel des modularen, längerfristigen und unter dem Dach der VDS angesiedelten Schulungsprogrammes sei die exklusive Qualifizierung des Fachpersonals und damit letztlich eine auch für die Verbraucher klar erkennbare Abgrenzung zu vertriebswegfremden Anbietern. Nach intensiver Diskussion habe die Geschäftsführung prinzipiell „grünes Licht“ für die Konkretisierung und Realisierung der „Badakademie“ (Arbeitstitel) erhalten. Voraussetzungen dafür seien jedoch eine endgültige Entscheidung durch den geschäftsführenden Vorstand des DG Haustechnik sowie ein tragfähiges Finanzierungsmodell.

 

Darüber hinaus gehören laut Wischmann zu dem Aktivitätenprogramm der Dachorganisation von Industrie, Fachgroßhandel und Fachhandwerk 2011 weitere umfangreiche Maßnahmen bzw. Projekte. Dazu zählten:

- die kontinuierliche Fortsetzung der vielfältigen Öffentlichkeitsarbeit auf der Endverbraucher- und Fachebene.

- die breit gefächerte Kommunikation und Präsenz zur „ISH“ Mitte März in Frankfurt/Main. Hier seien vor allem zu nennen: der Branchentreffpunkt „Waterlounge“ in Halle 3.1; das Trendforum „pop up my bathroom“ mit der zum Teil exklusiven (Foto-) Darstellung der Einrichtungskonzepte „Green bathroom“, „Easy bathroom“ und „Interior bathroom“ inklusive Trendmappe und spezieller Internetseite; die umfassende Endverbraucher-PR mit forsa-Umfrage, Medienkooperationen, Pressemappe, Streuung eines redaktionellen Specials an Tageszeitungen und Anzeigenblätter sowie „Live-Berichterstattung“ durch gutesbad.de und badezimmer.tv.

- die Neuauflage der zuletzt 2006 realisierten GfK-Basisstudie „Das Bad in Deutschland“. Die Ergebnisse der bei 2.000 repräsentativ ausgewählten Haushalten erhobenen Untersuchung kündigt Wischmann für den Herbst 2011 an.

 

Schnelle Einstimmigkeit

 

Zudem will die VDS auch die Lobbyarbeit für die Branche intensivieren. Dazu verabschiedete die Mitgliederversammlung ein neues Positionspapier der deutschen Sanitärwirtschaft zum Themenkomplex „Demografischer Wandel – Altersgerechte Wohnungen – Barrierefreie bzw. -reduzierte Bäder“. Es soll, so die einhellige Forderung in Köln, „offensiv eingesetzt“ und u. a. zu gezielten Aktivitäten im politischen Raum genutzt werden.

 

Ebenso einstimmig wie schnell fiel das jeweilige Votum bei den „Regularien“ wie der Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung aus, meldet der Bonner Verband ergänzend. Das gelte auch für eine Nachwahl für den PR- und Marketing-Ausschuss. In dem von Werner Hirschler geführten Gremium wirke künftig Katja Zimmermann als weitere Industrie-Vertreterin mit. Die Diplom-Volkswirtin ist Leiterin Marketing-Kommunikation bei Keuco.

 

Die nächste VDS-Mitgliederversammlung findet am 17. November 2011 in Frankfurt/Main statt. Man hoffe, dann wieder über positive Entwicklungen nicht nur an der Konjunkturfront berichten zu können.

 

 

 

 

Bildtexte

 

Überraschung: Mit einem unerwartet kräftigen Umsatzwachstum von nominal über 6 % dürfte die Sanitärwirtschaft das Jahr 2010 abschließen. Das jedenfalls prognostiziert das ifo-Institut. Auch 2011 hält danach der Aufwärtstrend an, verliert jedoch an Tempo. Trotz der insgesamt erfreulichen Entwicklung gibt es nach Meinung der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) keinen Anlass zur Euphorie.

Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)          Bild 3058

 

 

Leistungsnachweise: Vorstand und Geschäftsführung der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) stellten der Mitgliederversammlung zahlreiche realisierte und geplante Aktivitäten vor. Auch durch die Arbeit ihrer Dachorganisation sei die Branche insgesamt auf einem guten Weg. Von links: Hartmut Dalheimer, Andreas Dornbracht, Dr. Rolf-Eugen König und Jens J. Wischmann. Nicht im Bild: Manfred Stather. 

Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4129

 

 

Geschlossenheit: Die „grüne Karte“ als Zeichen für Zustimmung wurde während der VDS-Mitgliederversammlung rege genutzt. Bei allen „Regularien“ gab es in Köln ein jeweils einmütiges „O.K.“-Votum.

Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4130

 

 

Überblick: Geschäftsführer Jens J. Wischmann (stehend) informierte das Plenum u. a. über das VDS-Programm 2011. Schwerpunkte sind danach u. a. die umfassende „ISH“-Kommunikation, die Fortsetzung der kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit, der „Tag des Bades“ am 17. September, eine neue umfangreiche Badstudie, gezielte Impulse auf den Themenfeldern „Weiterbildung“ und „Internet“ sowie ein verstärktes Engagement im politischen Raum.

Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4132

 

 

Warnung: Nach Aussage des VDS-Vorsitzenden Andreas Dornbracht darf sich die Branche nicht damit zufrieden geben, nur verlorenes Terrain wieder wettzumachen. Stattdessen brauche sie „wirkliches und nachhaltiges Wachstum“. Kein Widerspruch bei den Zuhörern, zu denen in der „Industriereihe“ von links Dr. Karl Spachmann (Geberit), Fritz-Wilhelm Pahl (Bette) und Karl-Heinz Wennrich (Burgbad) zählten.

Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4133

 

 

Entscheidung: Der bundesweite „Tag des Bades“ ist auch nach der VDS-Mitgliederversammlung „gesetzt“. Am 17. September 2011 findet er zum siebten Mal statt. Die 2010 gemachten Erfahrungen sollen in konzeptionelle Veränderungen einfließen, hieß es in Köln. Im Bild: ZVSHK-Hauptgeschäftsführer Elmar Esser (vorn) und Viega-Chef Heinz-Bernd Viegener.

Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4131

 

 

Chancen: Die Hoffnungen darauf, dass der aktuelle Aufschwung keine kurze Episode bleibt, verstärken sich. Wurde der unter dem Strich positive Branchentrend bisher überwiegend von dem relativ guten Status quo getragen, so scheinen ihn nun auch günstigere Zukunftsperspektiven zu stabilisieren. Das meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) mit Blick auf das ifo-Konjunkturbarometer für November 2010.

Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)     Bild 3059

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Texte

Presseinfo MV 2010
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Bilder

Grafik ifo-Marktdaten Sanitär Grafik ifo-Konjunkturbarometer 11/2010
Vorstand
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Vorstand
Abstimmung
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Abstimmung Herren Viegener und Esser
Plenum 1
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Plenum 1
Plenum 2
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Plenum 2