15. Mrz 2011

Die Trends der „ISH 2011“ in Frankfurt am Main

Und ewig lockt das Weiß
 
VDS ermittelt aktuelle Trends im Bad / Sympathieträger Holz / Französische Prachtstraßen lassen grüßen / Bäder beanspruchen mehr Platz / Duschen gehen in der Fläche auf / Badewannen mit Mehrfachnutzen / Individualität und Komfort / Nachhaltige Produkte haben das Sagen
 
Frankfurt am Main / Bonn – (vds)
Ob es wohl an dem allgemeinen Wunsch nach einer unschuldigen, reinen Umwelt liegt? Weiß, schon immer der Deutschen Lieblingsfarbe im Bad, erfährt in diesem Jahr ein weiteres Upgrade und setzt inmitten eher bräunlich changierender Sahara-, Schilf-, Mocca- und Cappucino-Töne glänzende Akzente. Das Weiß, mal in Pianolack auf Schränken zu bewundern, mal auf die Rückseite von Glasfronten lackiert oder an Waschplätzen in der geschmeidigen Nuance „Silk“ vertreten, fand sich anlässlich der weltgrößten Sanitärshow „ISH 2011“ überall dort, wo es um die Präsentation der Neuheiten ging. Für diejenigen, die die bisweilen unterkühlte Ausstrahlung von Weiß mit gemütlicheren Farben auflockern wollen, setzen die deutschen Hersteller gerne edles Echtholz oder täuschend echt wirkende Holzdekore als Kontrastfarbe und zugleich Sympathieträger ein. Das meldet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in einem ersten Trendbericht.
 
Ist’s ein Zurück-zur-Natur-Statement oder einfach die Sehnsucht nach  lebendigem Material: Es gibt keinen besseren Werkstoff als Holz, um meisterliches Handwerk zu demonstrieren. Das gilt besonders für den leichten, immer wieder neu aufgelegten Landhaus- bzw. Country-Stil. Das trifft aber auch auf opulente Badentwürfe zu, denen sich die Hersteller angesichts der Neuheitenmesse Mitte März in Frankfurt ebenfalls widmeten – in moderner Interpretation und mit der zeitgemäßen Devise, dass „es ruhig wieder ein bisschen mehr sein darf, wenn auch in Maßen“. Zu diesem Trend passen in Anlehnung an französische Prachtstraßen Seriennamen wie Elysée oder Esplanade. Die entsprechenden Linien lassen das klassische Boudoir wieder auferstehen. Schminktisch-, Kabinettschrank- und Herrenkommode erleben eine goldfarbene Wiedergeburt. Schränke zeigen sich mit Türen, die an klassische Koffer erinnern. Statt Griffen haben sie feine Lederschlaufen, handgenäht und aus echtem Leder.
 
Das Bad dringt in den Wohnbereich
 
Es müssen jedoch nicht immer Pianolack, Gold oder Leder sein, um das Bad einem Wohnzimmer gleich zu präsentieren. Dieser Charakter ist ihm laut VDS-Beobachtung längst nicht mehr abzusprechen. Mit Liegen, Sesseln, Kissen und neuem Selbstbewusstsein ausgestattet dringt das Bad zunehmend in die Wohnbereiche und beansprucht wieder mehr Quadratmeter für sich – nicht zuletzt, weil weiße Möbel, um ihre Wirkung zu entfalten, Platz brauchen. Großzügige Waschplätze, horizontale Schrank- und Regalreihungen oder freistehende Badewannen zeugen davon. Jetzt erobern Armaturen ebenfalls die Fläche, indem sie sich ganz flach machen und dafür in die Breite gehen. Statt gebündelt trifft das Wasser in angenehm schmeichelnden Einzelstrahlen auf die Hände, meldet der Produzent.
 
Ganz in der Fläche aufzugehen, so eine weitere Messenews, scheinen dagegen Duschen. Ihre Wannen werden immer „bodengleicher“, die Türen lassen sich nach Gebrauch wegklappen und verwandeln sich dabei in Wandverkleidungen, hinter denen sich Brausen oder Duschgels gut verstecken. Spiegelglas macht das Badezimmer zudem um ein Vielfaches größer. Wenn auch die Bäder größer werden, sind die Designer dennoch weiterhin bestrebt, Einrichtungsgegenstände mit Mehrfachnutzen zu entwerfen. Ein beliebtes Objekt: die Badewanne. Mit einer gepolsterten Auflage gibt sie eine bequeme Liege ab, oder sie verfügt über ein Soundmodul, das Verbindung zum MP3-Player aufnimmt und damit individuelles Musikvergnügen garantiert.
 
Individualität – so oft hat man das Wort im Bad lange nicht gehört. Vor allem die Möbelprogramme ähneln einem Design-Puzzle, mit dem sich immer wieder neue Kombinationen zusammenstellen lassen. Häufig im Stil moderner Architektur mit geradlinigen Formen, griffloser Optik und innen wie außen mit aus dem Bad nicht wegzudenkender LED-Beleuchtung ausgestattet. Und noch einem Begriff kann und sollte man sich bei der Anschaffung eines neuen Bades nicht entziehen: dem Komfort.
 
Komfort für alle
 
Zu den konsequentesten Vertretern dieser Strömung zählen Dusch-WCs, die vom vorgewärmten Sitz über den reinigenden Duschstrahl für den Intimbereich bis hin zum Nachtlicht Funktionalitäten für große und kleine Nutzer bieten und dabei mittlerweile richtig schick aussehen. Für die VDS müssten sie deshalb zum Objekt der Begierde für diejenigen werden, die sich noch nicht zur Generation 50plus zählen, sich trotzdem über das Älterwerden und die damit verbundenen Konsequenzen Gedanken machen. Dabei spielt nicht nur die Frage „Was wird aus uns?“, sondern auch der Gedanke „Was für eine Welt hinterlassen wir den Kindern?“ in den Planungen und Überlegungen vieler Eltern eine zunehmend wichtige Rolle. Maßnahmen und Techniken, die Wasser sparen, werden thematisiert und bevorzugt. Darüber hinaus achten die Käufer auf zeitlose Formensprache, gute Ausstattungsqualität und umweltfreundliche, langlebige Materialien. Damit wäre ein weiterer wichtiger Trend genannt: Wegwerfartikel haben im Bad keine Chance. Nachhaltige Markenprodukte haben das Sagen.
 
 
Bildunterschriften
 
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Weiß, schon immer der Deutschen Lieblingsfarbe im Bad, erfährt in diesem Jahr ein weiteres Upgrade und setzt glänzende Akzente.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Keuco
 
 
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Für diejenigen, die die bisweilen unterkühlte Ausstrahlung von Weiß mit gemütlicheren Farben auflockern wollen, setzen die deutschen Hersteller gerne edles Echtholz oder täuschend echt wirkende Holzdekore als Kontrastfarbe und zugleich Sympathieträger ein.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Villeroy & Boch
 
 
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Neue Sanitärserien, deren Namen wie französische Prachtstraßen klingen, lassen u. a. das klassische Boudoir wieder auferstehen. Der Schminktisch erlebt eine Renaissance.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / burgbad
 
 
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Nicht nur Bäder, sondern auch Armaturen benötigen mehr Fläche. Die neuen Modelle machen sich zwar ganz flach, gehen dafür jedoch in die Breite.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Dornbracht
 
 
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Endgültig ganz in der Fläche aufzugehen scheinen Duschen. Ihre Wannen werden inkl. Ablaufabdeckung immer „bodengleicher“ und sind vom gefliesten Umfeld kaum noch zu unterscheiden.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Kaldewei
 
 
Bild 4147
Duschtüren verwandeln sich in Wandverkleidungen, hinter denen sich Brausen oder Duschgels gut verstecken. Ihr Spiegelglas macht das Bad zudem um ein Vielfaches größer, während fantasievolle Lichttechnik spannende Schattenspiele zaubert.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Duravit

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