15. Mrz 2011
Mehr Frust als Lust
Deutschen fehlt im eigenen Bad der Entspannungsfaktor / Regenerieren durch renovieren / Neue forsa-Umfrage / Bad und Schlafzimmer: umstrittene Verbindung / Barrierefreie Bäder: Was bei der Fachbetriebs-Auswahl zählt / Wichtige Festpreis-Garantie / Zwei „unverzichtbare“ Favoriten
Frankfurt/Bonn – (vds) Zwei Drittel der Deutschen dürften es mit Heinrich Heine halten. Frei nach dem legendären Seufzer des kritischen Dichters heißt es bei ihnen möglicherweise „Denke ich an mein Bad in der Nacht, dann bin ich ziemlich um den Schlaf gebracht“. Jedenfalls hält die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) diese Interpretation einer neuen forsa-Repräsentativumfrage für „durchaus zulässig“. Denn: Danach fühlt sich nämlich eine klare Mehrheit der Bundesbürger ab 18 Jahre im eigenen Bad tendenziell unwohl. Zur persönlichen Entspannung und Regeneration trage es für 42 % nur „in eher geringem Maße“ und für 23 % sogar „überhaupt nicht“ bei. Besonders hoch sei der Frustfaktor bei Männern und in Einpersonen-Haushalten mit jeweils insgesamt 70 %. Bei Frauen (60 %) und Ostdeutschen (56 %) liege er dagegen unter dem Durchschnitt.
Für Verbands-Geschäftsführer Jens J. Wischmann bestätigt das Votum den „bekannten Widerspruch zwischen Theorie und Praxis“. Wie man aus früheren Studien wisse, spiele das Bad für die Bevölkerung generell eine immer größere Rolle beim Wunsch nach Erholung und individuellem Wohlbefinden. An der prinzipiellen Bereitschaft, die häufig ernüchternde Realität entsprechend zu verändern, fehle es daher ebensowenig wie an den vielfältigen Umsetzungsmöglichkeiten. Die Empfehlung des Experten: die Beratungs-, Planungs- und Ausführungskompetenz von Fachhandel und Fachhandwerk nutzen. Was eventuell die Bundesbürger schon taten, die die „Entspannungsfrage“ von forsa mit „in eher hohem Maße“ (26 %) bzw. „ganz entscheidend“ (8 %) positiv beantworteten.
Spezielles Segment
Relativ wenig können die Deutschen der aktuellen Erhebung zufolge mit der in der letzten Zeit häufiger zu hörenden Idee anfangen, Bad und Schlafzimmer als die intimsten Räume in der Wohnung miteinander zu verbinden oder lediglich durch Schiebewände zu trennen. Was in Hotels bereits häufig anzutreffen ist, scheint im privaten Sektor meist noch Zukunftsmusik zu sein. Wie die Berliner Sozialforscher ermittelten, halten 56 % von dem Vorschlag „überhaupt nichts“ und 20 % finden ihn „weniger gut“. Eine besondere Skepsis herrscht danach bei den Menschen im Osten der Republik (64 % bzw. 17 %).
Aber immerhin freundet sich schon ein knappes Viertel der Deutschen mit dem Gedanken an, die traditionell strikte Separierung beider Räume zu beenden. Ihn bewerten 17 % mit „gut“ und 6 % mit „sehr gut“. Mit Blick auf das einer breiten Öffentlichkeit bisher kaum vertraute Thema stuft Wischmann die Zustimmungsquoten als „beachtlich hoch“ ein. Frauen seien dabei erheblich aufgeschlossener als Männer. Und: Mit wachsender Haushaltsgröße nehme der Anteil der „Gut/sehr gut“-Gruppe auf in der Spitze 30 % zu. „Wir haben es hier natürlich nicht mit einem Massenmarkt zu tun“, betont die Dachorganisation der Badbranche.
Barrierefreie Prioritäten
Laut einer Mitte letzten Jahres realisierten forsa-Studie ist das Bad für die Bundesbürger der mit weitem Vorsprung wichtigste Raum, wenn es um altersgerecht ausgestattete Wohnungen geht. Jetzt recherchierte das Institut im VDS-Auftrag Meinungen zu einer damit eng verbundenen Umsetzungsalternative – den so genannten „barrierefreien Bädern“. Zunächst sollten die Befragten auf Basis vorgegebener Kriterien sagen, was sie von einem Fachbetrieb in erster Linie erwarten, um ein Bad „barrierefrei“ (um)bauen zu lassen. Auf Platz 1 steht danach mit 49 % ein „garantierter Festpreis“, während sich jeweils 41 % an einschlägigen Erfahrungen und Referenzen bzw. an einer speziellen Qualifizierung / Zertifizierung orientieren wollten. Dahinter rangieren die „Empfehlung durch Verwandte / Bekannte“ (37 %), das Angebot „Alles aus einer Hand“ (35 %) sowie der „Besonders günstige Preis“ (32 %), ergänzt Wischmann. In den einzelnen Untergruppen (Region, Geschlecht, Alter, Haushaltsgröße etc.) seien jedoch teilweise deutliche Prioritäten-Unterschiede zu registrieren.
Bei der für sie unverzichtbaren Ausstattung eines barrierefreien Bades haben die über 18-Jährigen zwei eindeutige Favoriten, meldet der Branchenverband abschließend. Danach sind eine bodenebene Dusche (72 %) und rutschfeste Fliesen (69 %) ein schlichtes Muss. Haltegriffe (48 %) und leicht bedienbare Armaturen (31 %) bilden quasi das Mittelfeld des Rankings. Ein höhenverstellbares WC (16 %), ein unterfahrbarer Waschtisch (15 %) sowie ein fest installierter Duschsitz (13 %) landen am Ende der „unbedingt“ erforderlichen Problemlösungen. Insgesamt spüren die Bad-Profis eine stark steigende Nachfrage nach Bädern ohne Hürden und Schwellen, hieß es zur „ISH 2011“. Was für Wischmann auch oder gerade darauf beruht, dass „sie das Leben für alle Generationen erleichtern“.
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Frust-Tendenz: Laut einer neuen forsa-Umfrage fühlt sich eine klare Mehrheit der Bundesbürger ab 18 Jahre im eigenen Bad mehr oder minder unwohl. Zur persönlichen Entspannung und Regeneration trägt es danach nämlich für 42 % nur „in eher geringem Maße“ und für 23 % sogar „überhaupt nicht“ bei. So viel Ernüchterung muss kein Dauerthema bleiben, meint die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) – und empfiehlt, die Beratungs-, Planungs- und Ausführungskompetenz der Bad-Profis von Fachhandel und Fachhandwerk zu nutzen.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3067
Skepsis: Mehrheitlich können die Deutschen derzeit mit der Idee relativ wenig anfangen, Bad und Schlafzimmer miteinander zu verbinden. Das fand jetzt das forsa-Institut in einer repräsentativen Umfrage heraus. Aber immerhin freundet sich danach schon ein knappes Viertel der Bundesbürger mit dem Gedanken an, die traditionell strikte Separierung beider Räume zu beenden. „Natürlich haben wir es hier nicht mit einem Massenmarkt zu tun“, kommentiert die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) das Resultat.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3068
Sicherheit: Wenn die Bundesbürger nach einem geeigneten Fachbetrieb für den Bau eines „barrierefreien Bades“ suchen (würden), kommt es ihnen in erster Linie auf einen „garantierten Festpreis“ an. Das ermittelte eine neue forsa-Repräsentativumfrage für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Dagegen rangiert der „Besonders günstige Preis“ am Ende der Prioritäten-Skala.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3069
Top-Duo: Eine bodenebene Dusche und rutschfeste Fliesen sind für die Bundesbürger ein absolutes Muss, wenn es um die Ausstattung barrierefreier Bäder geht. Auf der Hitliste unverzichtbarer Produkte folgen danach mit einigem Abstand Haltegriffe und leicht bedienbare Armaturen, ermittelte das forsa-Institut in einer neuen Repräsentativuntersuchung. Generell registriert die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) eine stark steigende Nachfrage von Bauherren und Modernisierern nach Bädern ohne Hürden und Schwellen.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) Bild 3070