15. Mrz 2011

„Pop up my bathroom“ identifiziert drei Bad-Strömungen

Trendiges Trio
 
„Pop up my bathroom“ identifiziert drei Bad-Strömungen / Universell, ganzheitlich und nachhaltig / Ausblick im Überblick / Besser und leichter leben im „Easy Bathroom“ / „Bathroom Interior“: Wenn Wände weichen / „Green Bathroom“: Ressourcenschonung ohne Komfortverluste / Vertiefender Internet-Service
 
Frankfurt/Bonn – (vds)
Wer von der „ISH 2011“ frische Impulse und Ideen für die künftige Gestaltung und Einrichtung von Bädern erwartete, kann sich über mangelnde Alternativen nicht beklagen. Das jedenfalls meint die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Auch diesmal habe die Weltleitmesse ihren eigenen Anspruch erfüllt, u. a. prägend für innovatives Baddesign und nachhaltige Sanitärlösungen zu sein. Das war, betont der Branchen-Dachverband, in erster Linie den industriellen Ausstellern zu verdanken, die die fünftägige Frankfurter Veranstaltung Mitte März wieder zu einer „eindrucksvollen Neuheitenpräsentation“ nutzten. Dagegen sei das firmenübergreifende Trendforum „Pop up my bathroom“ der Frage nachgegangen, welche generellen Strömungen für die weitere Entwicklung des Bades besonders wichtig sind. Es machte drei Haupttendenzen aus, deren Prinzipien und (Ausstattungs-)Konsequenzen die folgenden Kurzporträts zusammenfassen.
 
„Easy Bathroom“: Universelle Konzepte für Generationen
 
Immer mehr Menschen erkennen, dass das Bad in den eigenen vier Wänden die Weichen für ein langes selbstbestimmtes Leben stellt. Das logische Resultat sind Räume, die sich an den Bedürfnissen ganz unterschiedlicher Nutzer orientieren. Bäder also, die von jungen, erwachsenen und älteren Menschen gleichermaßen als einfach, praktisch, ästhetisch und komfortabel empfunden werden.
 
Daher gilt es, universelle Badkonzepte zu schaffen. Kategorien wie Standard-, Stil-, Designer- oder Seniorenbäder verlieren in diesem Kontext zwangsläufig an Einfluss und Differenzierungskraft. Stattdessen rücken andere Aufgaben in den Mittelpunkt: Handicaps vermeiden und die Kunst der Reduktion beherrschen. Benötigt – und durch moderne Produkt- und Systemprogramme auch ermöglicht – werden deshalb unkomplizierte, elegant-schlichte Bäder, in denen alle Generationen „easy“ leben können. Das schließt Bäder für die Jahre zwischen „jung“ und „alt“ ausdrücklich ein, in denen die Nutzer den Komfort genießen wollen, den sie sich persönlich leisten können. Mit einer Ausstattung, die Selbstständigkeit bis ins höhere Alter erlaubt. Dabei führt die Technik kein Eigenleben, sondern ist (bedienungsfreundliches) Mittel zum Zweck. Wenn sie gebraucht wird, macht sie sich dienlich – und verschwindet ansonsten aus dem Blickfeld.
 
Natürlich kommt es im „Easy Bathroom“ in starkem Maße auf die problemlose Zugänglichkeit von Waschtisch, Dusche, Wanne und WC an. Bodengleiche Duschwannen mit bequem zu handhabenden, pflegeleichten Duschabtrennungen sorgen für viel Bewegungsfreiheit; rutschhemmende Oberflächen und multifunktionale Haltegriffe garantieren Sicherheit; abgerundete Ecken reduzieren bzw. verhindern das Verletzungsrisiko; ein großzügig bemessener bzw. niedrig angebrachter Spiegel bietet Rollstuhlfahrern ebenso wie kleinen Kindern ein volles Sichtfeld. All das ebnet den Weg zu individuellen Bädern, die auch jenseits der marktüblichen Baunormen eine „unbeschränkte“ Nutzung zulassen – und das ohne ästhetische Kompromisse.
 
„Bathroom Interior“: Weg von der Wand
 
Früher waren Badezimmer übersichtliche, klar definierte geschlossene Räume, in denen eine bestimmte Anzahl funktionaler Ausstattungselemente ebenso funktional nach dem schlichten Schema „Einmal rund herum an der Wand entlang“ installiert wurde. Diese reinen „Funktionsboxen“, die die sanitären Grundbedürfnisse der Menschen in möglichst ökonomischer Weise erfüllten, haben ausgedient. Stattdessen geht es jetzt um ganzheitliche Raum- und Einrichtungskonzepte. Sie kreieren Bäder mit unterschiedlichen Zonen für die Hygiene, die (lustvolle) Körperpflege, die Fitness, das Styling oder die geistige und körperliche Regeneration. Dieser Wandel markiert zugleich die zentrale Herausforderung für Hersteller, Planer und ausführende Betriebe.
 
Der Trend trägt im Übrigen der generellen Entwicklung Rechnung, dass die Grenzen zwischen einzelnen Wohn- und Lebensbereichen immer fließender werden. So weichen Wände ganz oder teilweise zugunsten von flexiblen Raumtrennern wie Schränken, Regalen oder modularen Möbelsystemen. Was in der Küche mit dem Siegeszug der „dominant“ angeordneten Kochinsel und der Öffnung zum Wohnzimmer begann, setzt sich im Bad konsequent fort: Es verbindet sich zunehmend mit dem Schlafsektor.
 
Zwei gleichwertige Parameter bestimmen künftig die räumliche Qualität des Bades. Einerseits resultiert sie aus der Gestaltung des Ambientes und der dramaturgischen Wirkung von Formen, Farben, Materialien und Licht. Andererseits entscheidet die Flächen-Strukturierung durch gezielt platzierte Sanitärobjekte wie Wannen, Whirlpools, Duschen, Möbelensembles oder Waschplatz-Einheiten. Und: Das WC verschwindet wenn schon nicht komplett aus dem Bad, so doch zumindest in eine separate Nische. Am Ende steht eine neue Definition des Bades – dank der intelligenten Umsetzung des Prinzips „Weg von der Wand“.
 
„Green Bathroom“: Zurück zur Natur
 
Das Zentrum dieses Trends bilden Bäder, die sich durch Nachhaltigkeit bei der Wahl der Materialien, des Designs und der Wassertechnologie zur Natur bekennen. Die allgemeine (und durchaus badunabhängige) Sehnsucht nach naturnahem Erleben fungiert hier als Treiber ebenso wie die Einsicht in die rationale Notwendigkeit, mit Ressourcen schonend und verantwortungsvoll umzugehen. Als Gegenpol zum schnelllebigen, auf Leistung und Effizienz getrimmten Lifestyle mit seinen wechselnden Moden etabliert sich eine neue Einrichtungskultur, die auf Nachhaltigkeit, langlebiges Design und gesundes Wohnen Wert legt. Das bleibt nicht ohne Einfluss auf Badplanung und -ausstattung.
 
Die Sanitärindustrie reagiert darauf u. a. mit der permanenten Ausweitung fortschrittlicher Produkte und Systeme. Ihr für Ökonomie, Ökologie und persönliches Wohlbefinden gleichermaßen positiver Effekt: geringerer Wasserverbrauch ohne Komfortverlust. Schon das unterstreicht, dass sich „Green Bathroom“ nicht auf das reine Wasserspar-Argument reduzieren lässt. Vielmehr zielt er auch darauf ab, das unverzichtbare Lebenselement für den Menschen in all seinen wohltuenden Facetten praktisch erfahrbar zu machen.
 
Entscheidend für Planung und Realisierung eines „nachhaltigen“ Bades ist darüber hinaus die mit Bedacht getroffene Materialauswahl. Natürliche, behagliche, baubiologisch unbedenkliche und recyclingfähige Stoffe wie (zertifiziertes) Holz, Glas und Keramik kommen hier bevorzugt zum Einsatz. Priorität sollte letztlich immer die ökologische Gesamtbilanz von der Rohstoffgewinnung bis zur Wiederverwertung des Produktes haben. Spätestens dann schlägt die Stunde wirklicher Qualitätsprodukte mit zeitlosem Design, heißt es zum Abschluss des „dreiteiligen“ Trendüberblicks. Ergänzend weist die VDS auf einen vertiefenden Internet-Service hin: Unter www.pop-up-my-bathroom.de und www.gutesbad.de können sich Interessenten umfassend über die neuen Seiten des Bades informieren.
 
 
 
Bildtexte
 
 
Im „Easy Bathroom“ geht es um universelle Badkonzepte für (alle) Generationen. Planung und Einrichtung orientieren sich konsequent an den Nutzern und ihren jeweiligen Bedürfnissen. Ziel sind unkomplizierte, elegant-schlichte Bäder mit bedienungsfreundlicher, pflegeleichter und zugleich komfortabler Ausstattung. Die Technik dient dem Menschen – und nicht umgekehrt.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4138
 
„Bathroom Interior“ beschreibt den Trend zu ganzheitlichen Raum- und Einrichtungskonzepten. Durch die Umsetzung des Prinzips „Weg von der Wand“ entstehen Bäder mit unterschiedlichen Zonen für Hygiene, Körperpflege, Fitness, Styling oder geistige und körperliche Regeneration. Das Bad löst sich aus seiner Isolation und integriert sich in andere Wohnbereiche.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4137
 
„Green Bathroom“ bekennt sich zur Nachhaltigkeit im Design, in der Materialwahl und in der Wassertechnik. Dabei verbindet sich die Berücksichtigung ökologischer Kriterien mit dem „Erlebnisfaktor“ von Wasser für den Menschen. Ressourcenschonung ohne Komfortverluste – so lautet die Kernbotschaft dieses Badtrends.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)             Bild 4139

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