07. Feb 2014

Verordnung in Kraft – Auflagen erfüllt? Wohl bekomms! Hausbesitzer müssen ihre Mieter vor Blei im Trinkwasser schützen

Damit rauskommt, was reinkommt: Neue Trinkwasserverordnung garantiert gesundes Leitungswasser / Hausbesitzer in der Pflicht / Bleirohre bergen Risiken / Säumige Sanierer müssen informieren / Mieter haben Recht auf Analyse / VDS rät zu sachkundiger Sanierung durch Fachbetrieb / www.gutesbad.de informiert aktuell unter „Bitte bleifrei!“

Bonn – (vds)
Das Trinkwasser ist in Deutschland von so erstklassiger Qualität, dass Leitungswasser sogar in Restaurants serviert wird. Dabei kam das Wasser bis Ende 2013 längst nicht aus allen Leitungen so rein heraus, wie es ins Haus gelangt war. Die jüngste Novelle der Trinkwasserverordnung aber hat hier Abhilfe geschaffen und schützt den Verbraucher vor einem zu hohen Bleigehalt im Trinkwasser und nachfolgenden gesundheitlichen Schäden. Die einzige Voraussetzung: Die Hausbesitzer müssen erforderliche Sanierungsmaßnahmen korrekt umsetzen.

Waren 2003 noch zehntausende der Hauptwasserleitungen aus Blei, ist das umstrittene Schwermetall heute im öffentlichen Leitungsnetz nirgends mehr zu finden. Das Trinkwasser gelangt nun garantiert bleifrei ins Haus und soll so auch aus dem Wasserhahn kommen. Demzufolge wurde der Wert für den tolerierten Bleigehalt im Leitungswasser so niedrig angesetzt, dass er auch für Schwangere und Kleinkinder keine gesundheitliche Bedrohung darstellt und in einem Haus mit veralteten Bleirohren nicht mehr einzuhalten ist.

Faktisch mussten Hausbesitzer sich daher bis zum 1. Dezember 2013 konsequent von sämtlichen Wasserrohren aus Blei trennen. Wer diesen Stichtag ungenutzt verstreichen ließ, ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Mieter schriftlich über sein Versäumnis zu informieren. Im Zweifelsfall kann ein Mieter sogar vom Hausbesitzer die Bestätigung verlangen, dass keine Bleirohre im Gebäude in Gebrauch sind. Kommt der diesem Wunsch nicht nach, hat der Mieter das Recht, selbst eine Analyse der Wasserqualität bei einem nach DIN EN ISO 17025 akkreditierten Trinkwasser-Labor in Auftrag zu geben. Informationen dazu sowie zum „Trinkwasser-Check“ durch einen SHK-Innungsbetrieb finden sich im Internet.

Lieber nicht auf eigene Faust


Wer als Vermieter die Vorgaben der neuen Trinkwasserverordnung noch nicht umgesetzt hat, sollte sich nicht darauf beschränken, auf eigene Faust nach Bleirohren Ausschau zu halten. Wenngleich die sichtbaren veralteten Leitungen recht gut erkennbar sind, kann sie der Sanitärfachmann unter Putz leichter ausfindig machen. Er ist außerdem in der Lage, geeignete Maßnahmen zur Erneuerung und deren Kostenaufwand zu ermitteln.

Nachdem es bereits eine bußgeldpflichtige Ordnungswidrigkeit darstellt, Bleirohre durch Materialien ohne Unbedenklichkeitserklärung zu ersetzen, und auch bleihaltige Kupferlegierungen in Armaturen, Rohrverbindern und Wasserzählern den Bleigehalt des Trinkwassers erhöhen können, lautet die eindeutige Empfehlung der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), als Hauseigentümer im Falle der Sanierung auf einen Fachbetrieb zu vertrauen. Nur so bestehe u. a. die Garantie auf die vollständige Erfüllung der gesetzlichen Auflagen.

Hausbesitzer, die ihr Eigentum selbst bewohnen, können über die Qualität ihres Leitungswassers auch weiterhin allein entscheiden. Alle Vermieter aber sind an die Auflagen der Trinkwasserverordnung gebunden. Viel Wissenswertes zu dem Thema bieten die Spezialseite des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) www.wasserwaermeluft.de sowie das VDS-Endverbraucherportal www.gutesbad.de unter „Bitte bleifrei!“.



Bildunterschriften

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Wohl bekomms! Seit Dezember 2013 schützt die neue Trinkwasserverordnung alle Mieter in Deutschland vor Leitungswasser mit Bleiablagerungen in gesundheitsschädlicher Konzentration. Im Zweifelsfall sollten Mieter vom Hausbesitzer die Bestätigung verlangen, dass keine Bleirohre im Gebäude in Gebrauch sind. So der Rat der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / shutterstock_puhhha

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Damit rauskommt, was reinkommt, müssen Bleirohre laut aktueller Trinkwasserverordnung nicht nur einfach ausgetauscht, sondern durch ein als offiziell für unbedenklich erklärtes Material ersetzt werden. Sonst droht ein Bußgeld, betont die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS). Mehr Wissenswertes zu dem Thema bietet www.gutesbad.de .
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / fotolia©WENDE

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Eine Analyse der Wasserqualität bei einem nach DIN EN ISO 17025 akkreditierten Trinkwasser-Labor gibt Aufschluss darüber, ob veraltete Bleirohre oder aber bleihaltige Kupferlegierungen, die in Bauteilen wie Armaturen, Rohrverbindern und Wasserzählern enthalten sein können, die Qualität des Leitungswassers beeinträchtigen. Adressen dazu finden sich im Internet.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / fotolia©Alex011973

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Der Sanitärfachmann ermittelt u. a. mögliche Gefährdungen der Trinkwasserqualität und garantiert für eine fachgerechte Sanierung im transparenten Kostenrahmen. Informationen zum „Trinkwasser-Check“ durch einen SHK-Innungsbetrieb gibt es zum Beispiel unter www.wasserwaermeluft.de im Internet.
Foto: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / ZVSHK

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