12. Jun 2015

forsa-Umfrage: Praxis testet Theorie

Bad-Trends: Was die Deutschen von Prognosen halten / Neue forsa-Studie / Daumen hoch und Daumen runter / „Automatisiertes“ Bad hat Perspektiven / Kaum Chancen für Bad als Familientreffpunkt / Staatliche Umbau-Förderung: das unbekannte Wesen / Sanitärbranche klärt auf und inspiriert / „Tag des Bades“ am 19. September 2015 / Profis machen (mehr) „Lust auf Bad“

Über die Trefferquoten von Trendforschern entscheidet am Ende immer das von ihnen auserkorene Publikum. Mit Blick auf die oft mutigen Empfehlungen und Prognosen der Experten lautet deshalb die Kernfrage: Daumen hoch oder Daumen runter? Eine aktuelle forsa-Studie liefert für das häusliche Bad ebenso aufschlussreiche wie repräsentative Einsichten in die Ansichten der Bundesbürger, berichtet die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS).

Zunächst sollten die Interviewten sagen, was sie von der Möglichkeit halten, dass sich ein Badezimmer in (naher) Zukunft beim Betreten durch den Nutzer automatisch an dessen Bedürfnisse anpasst. Die schillernde Perspektive: Wenn die Tür aufgeht, sorgen moderne Technologien dafür, dass von der Beleuchtung über die Höhen von Waschtisch und Toilette bis zur gewünschten Wohlfühltemperatur und zum Lieblingsduft sofort alles „individualisiert“ wird. Der Erhebung zufolge könnte das für die Bevölkerung ab 18 Jahre mittelfristig durchaus ein Thema sein.

Schon jetzt gefällt das 16 % „sehr gut“ und weiteren 27 % „gut“. 19 % finden das „weniger gut“ und 37 % wollen sich damit derzeit „überhaupt nicht“ anfreunden. VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann wertet die Momentaufnahme als „klares Indiz dafür, dass die realen Marktchancen für das ‚digitalisierte’ Badezimmer nicht schlecht stehen“. Die Industrie könne sich daher in ihrer intensiven Entwicklungsarbeit durch das Votum bestätigt fühlen.

Wie eine spezielle Analyse zeige, seien – gemessen an der Kategorie „sehr gut / gut“ – 18- bis 44-Jährige mit 47 % (insgesamt 43 %) und Haushalte mit vier Personen und mehr (49 %) für das Hightech-Bad von morgen besonders aufgeschlossen. Gleiches gelte tendenziell für Frauen (45 %), während es Männer nur auf eine „Gefällt mir“-Quote von 40 % bringen. Am Ende dieses Klassements rangiere im Übrigen die Altersgruppe „60plus“ mit 39 %.

Absage und Aussage


Bei ihrer Vision, dass sich das Bad mit entsprechender Ausstattung als Treffpunkt für die komplette Familie etabliert, mussten die Trendforscher laut forsa indes eine herbe Schlappe einstecken. Ganze 16 % der Bürger können sich das anno 2015 „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ vorstellen. Analog dazu formiert sich eine große Ablehnungsfront. Während 17 % die Verwirklichung des „geselligen“ Bades für sich selbst als eher unwahrscheinlich bezeichnen, erteilt ihm eine satte Zweidrittelmehrheit der Deutschen (67 %) eine kategorische Absage. Ost-/West-Unterschiede machte die Erhebung dabei nicht aus, ergänzt die Dachorganisation der Sanitärwirtschaft.

Auf ein relativ positives Echo stoße die Idee mit 27 % Zustimmung bei 30- bis 44-Jährigen. Und: Mit steigender Personenzahl im Haushalt wachse die Akzeptanz der familiären Kommunikation im Bad. Für Wischmann ebenso wenig eine Überraschung wie das besonders stark ausgeprägte „Nein“ in der Gruppe „60 Jahre und älter“. Bei ihr sei für 79 % eine derartige Badzukunft völlig undenkbar. „Es wird spannend sein, zu beobachten, ob sich die Menschen für das ziemlich neue Thema in den kommenden Jahren mehr öffnen“, resümiert der VDS-Chef.

Ernüchterung und Einsatz

Ferner ging die Studie der Frage nach, wie sich die Bevölkerung über die staatliche Förderung beim altersgerechten Umbau eines Badezimmers (z. B. Kredit- und Zuschussprogramme der KfW) informiert fühlt. Die Resultate fielen, wie es heißt, „fast erwartungsgemäß“ per saldo schlecht aus. Lediglich ein Fünftel (22 %) gab danach zu Protokoll, über „sehr gute / gute“ Kenntnisse zu verfügen. In Ostdeutschland, bei Männern und bei 30- bis 44-Jährigen sinke der ohnehin geringe Wert sogar auf jeweils 18 %. Besser als der Durchschnitt schneiden u. a. Frauen (25 %) und vor allem Personen ab, die 60 Jahre und älter sind (28%).

Insgesamt 23 % stufen ihr Informationsniveau den forsa-Recherchen zufolge als „weniger gut“ ein. Jeder zweite Bundesbürger ab 18 Jahre (53 %) sei jedoch über die mögliche finanzielle Unterstützung „überhaupt nicht“ unterrichtet. Besonders hohe Defizite melden die Statistiker u. a. für Haushalte mit drei Personen (63 %) bzw. mit niedrigem Einkommen (60 %). Die „ernüchternden Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit, auch oder gerade die ‚geldwerte’ Aufklärung der Endverbraucher erheblich zu intensivieren“, betont Wischmann. Die Sanitärbranche leiste dazu mit ihrer Initiative Aktion Barrierefreies Bad unter der Schirmherrschaft von Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks einen konkreten Beitrag. Sie umfasse u. a. eine systematische Öffentlichkeitsarbeit sowie die Internet-Plattform www.aktion-barrierefreies-bad.de als firmen- und produktneutrale Infoquelle für Bauherren und Modernisierer.

Lust und Laune


Ob aktuelle technische Finessen oder individuelle Gestaltungsideen für altersunabhängigen Bad-Genuss: Anregungen und kompetente Beratung böten die ständigen Ausstellungen der Sanitärprofis. Besonders sei ein Besuch am 19. September 2015 zu empfehlen, warteten dann doch unter dem Motto „Lust auf Bad“ bundesweit vielfältige zusätzliche Aktivitäten auf das Publikum.

Eine Übersicht, wo genau sich Interessenten am 11. „Tag des Bades“ inspirieren lassen können, gebe es ab Ende Juni im Netz. Außerdem informiere www.tagdesbades.de u. a. über die neuen (Messe-)Trends und das an den September-Termin gekoppelte nationale Gewinnspiel. Dabei werden auch 10 Wellnessreisen an die Ostsee im Gesamtwert von 10.000 Euro verlost, melden die Veranstalter.


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Mit einem Bad, das sich dank moderner Technologien beim Betreten sofort den persönlichen Bedürfnissen des Nutzers anpasst, könnten sich die Deutschen in den nächsten Jahren durchaus anfreunden. Schon heute gefällt es laut einer aktuellen forsa-Studie 43 % von ihnen „sehr gut / gut“. Welche Trends in neuen Wohlfühlbädern bereits Realität sind, ist für die Verbraucher am bundesweiten „Tag des Bades“ am 19. September 2015 in den Ausstellungen der Sanitärprofis live zu erleben.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)    Bild 3142


Trendforscher stoßen mit ihrer Prognose, dass sich das Bad künftig (auch) zu einem Treffpunkt für die ganze Familie entwickelt, bei der Bevölkerung ab 18 Jahre derzeit auf wenig Gegenliebe. Nach einer aktuellen repräsentativen forsa-Untersuchung lehnen zwei Drittel diese Vision für sich selbst sogar kategorisch ab, konkretisiert die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) den Status quo.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)     Bild 3138


Die vorhandenen Möglichkeiten der staatlichen Förderung beim altersgerechten Badumbau sind den Bundesbürgern überwiegend nur wenig oder gar nicht bekannt. Für die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) kommt dieses Ergebnis einer neuen forsa-Erhebung „keineswegs unerwartet“. Deshalb kümmere sich die Brancheninitiative Aktion Barrierefreies Bad u. a. verstärkt um die nötige Verbraucheraufklärung.
Grafik: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS)    Bild 3139

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