Josef Küpper Söhne in Bonn setzt(e) auf bunte Mischung

Tag des Bades 2019

Veröffentlicht am 25. September 2019
Tag des Bades 2019

Peter Küpper blickt zufrieden auf den Tag des Bades 2019 am 21. September. Resonanz und „Qualität“ der Besucher waren gut, 10 konkrete Aufträge stehen auf dem Papier, und noch dazu dürfen sich er und sein Team in den insgesamt drei Ausstellungen im Bonner Raum über zahlreiche neue Kontakte freuen. Darüber hinaus fanden er und seine Tochter sogar Zeit für ein Gespräch mit der SanWi-Redaktion sowie VDS-Geschäftsführer Jens J. Wischmann.

SanWi: Herr Küpper, schildern Sie bitte kurz Ihre Aktivitäten, die Sie zum „Tag des Bades“ als Firma Küpper gemacht haben.

Tag des Bades 2019

Peter Küpper: Wir haben drei Ausstellungen in Bonn. Wir haben alle drei in dieser Woche beworben. Wir haben eine ganzseitige Anzeige in der Zeitschrift „Haus & Grund“, die hier in der Region an Hausbesitzer – eben unsere Zielgruppe – versandt wird; die haben eine Auflage von ca. 16.000 in Bonn / Rhein-Sieg.

SanWi: Die ist für die Zielgruppe genau richtig?

PK: Die ist für die Zielgruppe genau richtig. Wir haben viel Geld in die Hand genommen mit Radio-Werbung, Radio Bonn / Rhein-Sieg. Seit Montag läuft der Spot vier- bis sechsmal am Tag, morgens und abends. Da haben wir 5.000 Euro in die Hand genommen – das ist viel Geld. Und dann haben wir noch in der regionalen Zeitung „General Anzeiger“ eine Anzeige geschaltet. Insgesamt 7.000 Euro in Werbemaßnahmen – das ist schon eine große Zahl.

Dann finde ich das ein tolles Ergebnis

SanWi: In Ihrer Eigenschaft als Vorsitzender des VDS-PR- und Marketingausschusses: Der Ausschuss hat sich in diesem Jahr erstmals dazu entschieden, zwei Kampagnen zu fahren: zum einen die Kampagne mit dem Wohlfühlbad für das Thema „Gesundheit“. Zum anderen die Kampagne für das Thema „Farbe“. Es scheint so zu sein, als ob diese Doppel-Kampagne, Nutzung 50:50, so sieht es derzeit aus, durchaus gut ankommt, auch, weil die Leute frei entscheiden können. Ist das eine Bestätigung der Arbeit und vielleicht ein Weg für die Zukunft?

PK: Wenn das zweigeteilt angenommen wurde von den Kollegen und Ausstellungen, dann finde ich das ein tolles Ergebnis. Der Ausschuss kann mit seiner Arbeit zufrieden sein.

SanWi: Können Sie sich dann als Ausschussmann vorstellen, dass man nach der diesjährigen quasi Pilotaktion auf der zweigleisigen Schiene weiterfährt?

PK: Wenn die Erfahrungen gut sind. Ich denke, das Megathema „Bad und Gesundheit“ sollte man langfristig permanent laufen lassen und wahrscheinlich auch im nächsten Jahr wieder anbieten. Ob wir dann ein besseres oder anderes Thema haben als Farbe – warten wir ab. Aber mit Blick auf den Grundgedanken „Bad und Gesundheit“ muss man, finde ich, ganz dicke Bretter bohren. Da muss man dranbleiben.

SanWi: Küpper hat sich jetzt für das Thema „Farbe“ entschieden. Warum?

PK: Für uns schien das in diesem Jahr attraktiver zu sein. Wir haben unser 100-jähriges Firmenjubiläum gefeiert und ja auch selbst ein buntes Logo. Die Kampagne passte hier und heute besser zu uns.

Bei Armaturen und Fliesen passiert schon etwas

SanWi: Merken Sie denn etwas von dem Farbtrend? Ist der Endverbraucher schon ein bisschen mehr farborientiert als bisher? Oder ist auch das ein dickes Brett?

PK: Auch das ist ein langsamer Prozess, aber er läuft kontinuierlich. Es sind noch keine riesigen Stückzahlen, aber bei Armaturen und Fliesen passiert schon etwas. Wir haben es hier in der Ausstellung gezeigt: Schwarz ist das neue Weiß.

SanWi: Wie stufen Sie denn generell den „Tag des Bades“ ein? Ist das für Sie mehr ein Imagethema „Ich will dabei sein als Handwerker beim Tag des Bades, um Flagge zu zeigen“. Oder ist es dann doch eine sehr konkrete Hoffnung, daraus Aufträge möglichst direkt zu akquirieren? Oder ist es beides?

PK: Es ist natürlich immer beides. Es gibt nicht die eine Lösung. Wir haben den „Tag des Bades“ in diesem Jahr groß aufgesetzt, auch wegen unseres 100-jährigen Jubiläums. Wir haben ein Gewinnspiel gemacht – und auch nochmal Geld angefasst. Von daher sind die eben genannten 7.000 Euro noch zu wenig.

SanWi: Das Gewinnspiel haben Sie noch gar nicht erläutert.

PK: Stimmt. Wir bieten unseren Kunden eine Besuchsfahrt zu Villeroy & Boch nach Mettlach in Form einer Tagesfahrt von Bonn aus an. Morgens um 7.00 Uhr starten und abends um 19.00 Uhr wieder zurück. Mit Besichtigung des Werkes, der Ausstellung, Besuch im Outlet-Center – das ist eine sehr schöne Tagestour. Die haben wir vor Jahren schon zwei- oder dreimal mit Kunden gemacht, und da sind wir gespannt, wie das angenommen wird. Außerdem bieten wir 2 x 2 Konzertkarten für das Beethovenfestival-Konzert mit Sir Simon Rattle und dem London Symphony Orchestra sowie Gutscheine für Brunch auf der Godesburg.

Ganz oben ist und bleibt das barrierefreie Bad

SanWi: Frau Küpper-Racke, was ist denn bei der Endverbraucher-Nachfrage zum Thema „Bad“ aus Ihrer Sicht ganz oben?

Tag des Bades 2019

Vera Küpper-Racke: Ganz oben ist und bleibt das barrierefreie Bad. Nicht nur für alte Menschen, die wirklich akut eine Veränderung brauchen, sondern auch für Menschen, die jetzt einfach ihr neues Bad planen – da ist Barrierefreiheit nach wie vor das Thema. Außerdem zum Thema „Farbe“: Farbige Armaturen in allen möglichen Oberflächen werden nachgefragt.

SanWi: Das ist dann also nicht nur ein ISH-Medientrend, sondern ein richtiger?

VKR: Ja, ich würde schon sagen, dass das bei uns angekommen ist. Es ist natürlich so: Solange wir nur Chrom zeigen, kommt der Verbraucher auch nicht auf die Idee, dass es etwas anderes gibt. Seitdem die Armaturendisplays in der Ausstellung stehen und wir auch einzelne Bäder in farbig umgebaut haben, stellen wir aber fest, dass auch nachgefragt und darüber gesprochen wird.

Ganz dicke Bretter, die man da bohren muss

SanWi: „Gesundheit“ ist ein Thema mit langem Atem?

PK: Ganz dicke Bretter, die man da bohren muss. Das Thema „Dusch-WC“ ist präsent. Wir zeigen da ja auch aktiv viel, indem wir verschiedene Modelle mit Funktion hier haben.

VKR: Da machen auch die Hersteller Endkunden-Werbung, d. h. die Kunden kommen teilweise aktiv bei uns rein und fragen „Haben Sie so etwas? Können wir uns das mal anschauen und ausprobieren?“. Wir präsentieren also nicht nur, sondern die Kunden kommen von sich aus.

PK: Vor allen Dingen liegt es am Design. Man erkennt nicht mehr, dass es eins ist. Dieser Deckel, der da so hochgezogen war – das (Anm.: Dusch-WC) war vom Design her fürchterlich. Allein das hat viele abgeschreckt. Jetzt sehen die vernünftig aus. Das ist ein echtes Verkaufsargument.

VKR: Und die Leute investieren in ein neues Bad einfach so viel, dass es manchen Kunden dann auch wert ist, 3.000 Euro noch zusätzlich draufzulegen.

SanWi: Herr Wischmann, herzlich willkommen in der Runde, und gleich die Frage an Sie: Eine Doppelkampagne zum „Tag des Bades“ wie in diesem Jahr – kann man sich das dauerhaft vorstellen?

Tag des Bades 2019

Jens J. Wischmann: Ja, absolut. Ich denke, dass man mit so einem Angebot auf jeden Fall richtig fährt, weil man den Betrieben mehr Möglichkeiten gibt, die Werbung zum „Tag des Bades“ innerhalb ihrer jeweiligen Außendarstellung passend zu platzieren.

Das alles steht hinter Sicherheit

SanWi: Also diese Doppelkampagne kann durchaus ein Konzept sein, was man längerfristig durchhalten kann? Herr Küpper wies ja bereits darauf hin, dass Gesundheit ein gesetztes Thema sei, da müsse man am Ball bleiben. Nicht zuletzt hat die VDS ja auch viel dafür getan. Und dann muss man noch ein zweites Thema finden – wir sprachen schon einmal vom Thema Sicherheit?

JW: Genau, ein emotionales Thema. Das, die Sicherheit, ist ja auch der Grund, warum jemand in die Küpper-Ausstellung kommt: Er möchte ein gutes Bad haben, er möchte ein Bad, das eine Perspektive hat. Und er möchte das Gefühl haben, dass alles klappt. Das alles steht hinter Sicherheit: Sicherheit bei den Produkten, bei der Planung, bei der Ausführung.

SanWi: Die Recherchen zeigen, dass der „Tag des Bades“ als Institution jetzt auch von anderen, sagen wir mal, nicht unbedingt „Innungsmitgliedern“ aufgenommen wird. Wenn man engstirnig ist, wird man sagen: „Das geht gar nicht“. Aber wenn man das Thema „Bad“ zur Gänze sieht, ist diese Entwicklung ja durchweg positiv.

JW: Absolut. Dem ist nichts hinzuzufügen.

PK: Je mehr das Thema aufnehmen, desto mehr haben alle davon. Das ist gut, da habe ich keine Berührungsängste.

SanWi: Ein wunderbares Schlusswort. Vielen Dank, meine Dame, vielen Dank meine Herren.

 Lesen Sie außerdem den Beitrag auf gutesbad.de.

Das Interview führte Frank Linnig, Linnigpublic GmbH, Koblenz/Hamburg; Fotos: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) / Lars Behrendt