SHK-Konjunkturbarometer: Branche auch im 2. Quartal im Plus

Veröffentlicht am 21. September 2026

VDS/VdZ SHK-Konjunkturbarometer August 2026

Das Geschäftsklima im Wirtschaftsbereich Haus- und Gebäudetechnik liegt im zweiten Quartal 2026 bei +3 Punkten und damit unverändert gegenüber dem Vorquartal. Seit Anfang 2025 bewegt sich der Wert damit auf einem weitgehend konstanten, leicht positiven Niveau. Die aktuelle Geschäftslage hat sich gegenüber dem ersten Quartal verbessert, die Erwartungen für das kommende Quartal fallen dagegen zurückhaltender aus.

Handwerk bleibt Stütze, Großhandel verbessert sich

Zwischen den Vertriebsstufen existieren weiterhin deutliche Unterschiede. Die installierenden Unternehmen bewerten die Konjunktur mit +17 Punkten klar positiv, die Industrie liegt mit +6 Punkten ebenfalls im Plus. Der Großhandel erreicht dagegen −13 Punkte und bewertet die Konjunktur damit weiterhin negativ. Aber auch hier hellt sich die Stimmung weiter auf. Mit einer Auftragsreichweite von 11,9 Wochen befinden sich die installierenden Unternehmen minimal über dem Wert des Jahres 2025.

Insgesamt behauptet sich die Haus- und Gebäudetechnik deutlich besser als die gewerbliche Wirtschaft. Das ifo Geschäftsklima liegt im Vergleich bei −18 Punkten und damit weiterhin deutlich im negativen Bereich.

Auslandsgeschäft stützt die Industrie

Für die Industrie wirkt sich das Auslandsgeschäft derzeit deutlich positiver aus als das Inlandsgeschäft. Das Auslandsgeschäftsklima liegt bei +15 Punkten, während es im Inland auf -3 Punkte zurückgegangen ist. Mit +21 fallen die Erwartungen zudem deutlich besser aus als die aktuelle Bewertung der Auslandsaufträge (+9).

Damit setzt sich ein Muster fort, das sich auch in den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigt: Wichtige Exportmärkte entwickeln sich dynamischer als Deutschland. Für 2026 prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) für Deutschland ein BIP-Wachstum von +0,7 Prozent, gegenüber +1,3 Prozent im EU-Durchschnitt.

Heizung trägt das positive Gesamtbild

Auch bei den einzelnen Hauptprodukten gibt es deutliche Unterschiede. Heizung setzt den Aufwärtstrend fort: Das Geschäftsklima steigt von +9 Punkten im Vorquartal auf aktuell +14 Punkte. Sanitär liegt mit −3 Punkten leicht im Minus; hier hat sich die Konjunktur im ersten Halbjahr 2026 wieder abgeschwächt. Lüftung/Klima erreicht aktuell −4 Punkte und wird seit mehreren Quartalen negativ bewertet. Das leicht positive Gesamtklima der Branche wird damit maßgeblich von der Heizung getragen.

Bau und Konsum bremsen die breite Erholung

Eine umfassende Markterholung ist derzeit noch nicht erkennbar. Für Deutschland erwartet B+L 2026 im Wohnbau stagnierende bis leicht rückläufige Investitionen. Auch für den Nichtwohnbau wird ein Rückgang prognostiziert. Gleichzeitig entwickeln sich mehrere Exportmärkte günstiger, sodass dort insbesondere für die Industrie bessere Absatzchancen bestehen. Hinzu kommt die anhaltende Zurückhaltung der privaten Haushalte. Das NIM-Konsumklima liegt im Juni 2026 bei −30 Punkten, die Konsum- und Anschaffungsneigung bei −13 Punkten. Gerade für nicht zwingend notwendige Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen bleibt dies ein belastender Faktor.

Auch vom Wohnungsbau kommen bislang keine eindeutigen Erholungssignale. Die Auftragseingänge lagen im ersten Halbjahr 2026 im Durchschnitt etwa auf Vorjahresniveau. Die Kreditvergabe zeigt ebenfalls eher eine Seitwärtsbewegung als eine klare Trendwende.

„Das zweite Quartal zeigt, dass sich die Haus- und Gebäudetechnik auf leicht positivem Niveau stabilisiert hat“, sagt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer von VdZ und VDS. „Besonders Installation, Heizung und das Auslandsgeschäft der Industrie senden konstruktive Signale. Für eine breite Markterholung reicht das aber noch nicht. Die schwachen Bauinvestitionen, die zurückhaltende Konsumnachfrage und die weiterhin schwierigen Finanzierungsbedingungen bremsen den Markt. Entscheidend sind jetzt stabile Rahmenbedingungen mit verlässlichen Förderkulissen, die Investitionen in Neubau und Bestand wieder erleichtern. Der Förderstopp beim altersgerechten Badumbau steht beispielhaft für eine Förderpolitik, der es an Verlässlichkeit und langfristiger Planung fehlt.“

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