Jubiläum

Hansgrohe feiert 125 Jahre Unternehmensgeschichte

Veröffentlicht am 9. Februar 2026

Alle Bilder: Hansgrohe Group

Was in einer kleinen Werkstatt im Schwarzwald begann, zählt heute zu den größten Unternehmen im Duschsektor. 125 Jahre nach der Gründung entstehen hier Prototypen und marktreife Innovationen, die auf Komfort und Wasser sparen ausgerichtet sind. Nicht nur in heimischen Badezimmern, auch in Hotelbädern sind häufig Produkte des Schwarzwälder Unternehmens zu finden.

Von der kleinen Werkstatt zum Weltkonzern

Die Basis legte Unternehmensgründer Hans Grohe 1901 in seiner kleinen Werkstatt in Schiltach im Schwarzwald. Er spezialisierte sich auf Metallwaren für den Sanitärbereich und erkannte früh den Trend zum privaten Hausbad. Viele seiner Erfindungen gelten heute als Standard im Bad: 1928 entwickelte er die Handbrause in Serie, eine komfortable Alternative zur Kopfbrause. 1953 erfand er im Alter von 82 Jahren die höhenverstellbare Duschstange – heute eine Selbstverständlichkeit in europäischen Badezimmern.

Sohn Klaus Grohe stieg 1968 ins Unternehmen ein und übernahm von 1975 bis 2008 federführend die Geschäfte. Er machte die Hansgrohe Group zu einem international bekannten Hersteller von Brausen und Armaturen, führte den Markennamen Hansgrohe ein, gründete 1993 die Designmarke Axor und verankerte Nachhaltigkeit in der Unternehmens-DNS. Bereits 1992 ließ er das damals größte dachintegrierte Solarkraftwerk Deutschlands auf dem Werk in Offenburg installieren. 1995 wurde Hansgrohe als erstes Unternehmen der Sanitärbranche nach der Öko-Audit-Verordnung der EU zertifiziert.

Innovation als Tradition

Innovative Technologien wie die Selecta Brause (1968) mit verstellbaren Strahlarten, die sich über 30 Millionen Mal verkaufte, und die Select-Technologie (2011) zur Wassersteuerung per Knopfdruck, prägen das Unternehmen. Auch produktionstechnische Weltneuheiten kommen aus dem Hause Hansgrohe – etwa das 2023 eingeführte Recyclingverfahren für galvanisierte Kunststoffe, entwickelt in Kooperation mit einem spezialisierten Anlagenbauer. Mit Technologien wie EcoSmart, AirPower und CoolStart unterstützt Hansgrohe Bauherren und Privathaushalte dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Bis 2030 sollen im Rahmen der internen Initiative „ECO 2030“ alle wasserführenden Produkte ausschließlich mit Wasserspartechnologie ausgestattet sein.

Allein in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie im Innovationsmanagement arbeitet ein rund 200-köpfiges Team. Die Prototypen aller neuen Produkte der Marken Axor und Hansgrohe entstehen in Innovationszentren im Schwarzwald und seit 2023 auch in Shanghai. Damit forciert Hansgrohe die Lokalisierung seiner Produkte und Marken in China und im asiatisch-pazifischen Raum. Beim Produktdesign ist es Hansgrohe wichtig, den Blickwinkel der Kunden einzunehmen und ihre Bedürfnisse zu verstehen. Neuheiten, also Design- und Gestaltungskonzepte, die jünger als drei Jahre sind, machen rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Erfolgreiche Zwei-Marken-Strategie

Messestand von Axor / Hansgrohe auf der ISH 2025
Auf der Branchenfachmesse ISH in Frankfurt, Main zeigen Hansgrohe und Axor seit vielen Jahren einen gemeinsamen Messeauftritt.

1977 wird aus dem damaligen Unternehmensnamen Hans Grohe die Wort-Bild-Marke „hansgrohe“. Seit 1993 erweitert die Marke Axor das Portfolio um exklusive Designkollektionen. In über 30-jähriger Zusammenarbeit mit Designern wie Philippe Starck, Antonio Citterio, Patricia Urquiola, Jean-Marie Massaud und Barber Osgerby entstehen besondere Armaturen und Duschobjekte. Sie befinden sich in Luxushotels wie dem Bulgari Resort in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder im neu eröffneten Großen Ägyptischen Museum in Kairo. Die 2025 auf der weltweiten Branchenmesse ISH präsentierte Linie Raindance Alive der Marke Hansgrohe vereint die im hauseigenen Strahllabor entwickelten Strahlarten RainAir und PowderRain.

Ausgezeichnete Nachhaltigkeit

Wasser sparen ist bei Hansgrohe schon seit den 1980er Jahren ein Thema
Neben zahlreichen nachhaltigen Projekten in Produktion und Verwaltung bringt das Unternehmen 1987 mit der Mistral-Eco die erste wassersparende Handbrause auf den Markt. Seither arbeitet die unternehmenseigene Strahlforschung täglich an der Frage: Wie lässt sich Wasser reduzieren, ohne Komfortverlust?

Schon Ende der 1980er Jahre stellte Hansgrohe einen Umweltbeauftragten ein. Seit 2020 arbeitet ein Expertenteam in der Abteilung Corporate Sustainability an der Umsetzung und Weiterentwicklung der eigenen Nachhaltigkeitsziele, eng orientiert an den Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Darüber hinaus engagiert sich das Public-Affairs-Team auf EU-Ebene für den Schutz der Ressource Wasser.

2024 erhielt die Hansgrohe Group den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Energie, Wasser, Sanitärtechnik. Mit der EcoVadis-Platinum-Medaille zählt das Unternehmen zu den Top 1 % aller 130.000 weltweit bewerteten Unternehmen. Diese Auszeichnungen würdigen die konsequente Nachhaltigkeitsstrategie: von einer möglichst ressourcenschonenden Produktion über wassersparende Technologien bis zur „Local for local“-Strategie mit Produktionsstandorten in Deutschland, Frankreich, China, USA und seit 2023 in Serbien.

Jubiläumsjahr 2026: Ein Fest für alle

Abend für Jubilare bei Hansgrohe 2024
Bei Hansgrohe wird nicht nur zu Jubiläen gefeiert. Die Jubilarsabende etwa, wie hier 2024, sind seit Jahren Tradition.

Das 125-jährige Jubiläum steht unter dem Motto „Taktgeber des Wassers. Seit 1901“. Highlights sind unter anderem ein großes Sommerfest am Unternehmensstandort Schiltach für Mitarbeiter und ihre Familien sowie die Neueröffnung des Ausstellungsbereichs zur Unternehmensgeschichte in der Aquademie. „125 Jahre Hansgrohe stehen nicht nur für Millionen verkaufter Duschbrausen und Armaturen. Und auch nicht allein für Designpreise oder Auszeichnungen für Patente und Nachhaltigkeitsstrategien. Es sind vor allem die Menschen, die diese Produkte entwickelt haben, die immer an unsere Kunden denken und unserem Unternehmen seit Jahren treu sind – manchmal sogar über Generationen hinweg“, sagt Hans Jürgen Kalmbach, seit 2018 Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe Group. „Und auch wenn die Familie Klaus Grohe heute nicht mehr im Tagesgeschäft aktiv ist, wissen wir alle, was wir ihr zu verdanken haben: eine großartige Firmenkultur, die den einzelnen Menschen, sein Engagement und seine Leidenschaft sieht und schätzt, und einen Unternehmergeist, der immer nach vorne denkt.“