Milano Design Week 2026
Deutsche Sanitärwirtschaft setzt auch in Mailand Maßstäbe
Zur Design Week zeigte Mailand einmal mehr, wer im globalen Bad- und Designdiskurs die Maßstäbe setzt. Und wer genau hinschaut: Es sind gerade deutsche Sanitärhersteller, die mit Substanz, Haltung und gestalterischem Anspruch auffallen. Mit konzeptionellen und gestalterischen Statements gewinnen sie die Aufmerksamkeit der internationalen Design-Community, die hier jährlich zusammenkommt, um die Einrichtungs- und Designtrends zu feiern. Die VDS zieht Bilanz aus einer Woche voller Eindrücke, mit faszinierenden Präsentationen und Inszenierungen deutscher Sanitärunternehmen in der pulsierenden Mailänder Innenstadt.
Keuco bespielte den Brera Design District mit dem Gemeinschaftsprojekt „Berührungspunkte“ – ein zusammen mit Gira und Trilux an der Corso Garibaldi 34 eröffneter Pop-up-Showroom. Die Armaturenkollektion Edition 400 steht für organische Formensprache, bei der der Mischer selbst zum skulpturalen Statement wird.
Grohe SPA feierte einen spektakulären Auftritt im Piccolo Teatro Studio Melato – eines der eindrucksvollsten Bühnenformate der gesamten Design Week. Die Installation „Aqua Sanctuary“ inszenierte die heilende Kraft des Wassers als multisensorisches Theaterstück, mit Premiumkollektionen wie der Atrio Private Collection als Protagonisten.
Geberit eröffnete an der Via Tortona 31 sein neues, rund 800 Quadratmeter großes Experience Center – entwickelt mit POLI.design und dem Stuttgarter Studio Ippolito Fleitz Group. Ähnlich wie im neuen Schulungszentrum in Pfullendorf sind die Technik hinter der Wand und aktuelles Design vor der Wand eindrucksvoll inszeniert. Direkt im Eingang passierten die Besucher die temporäre Installation „RŌS“ von Atelier Oï, in der Hunderte Edelstahlfedern den Bewegungsfluss von Wassertropfen choreografieren: Ingenieurspräzision als poetisches Erlebnis.
Dornbracht empfing sein Publikum im Mailänder Showroom an der Via Palermo 19A unter dem Motto „Inspiring Your Vision“ mit einer den Kreativprozess symbolisierenden Wolkeninstallation. In diesem Rahmen präsentierte Dornbracht auch seine neue, von Sieger Design fürs Bad gestaltete Armaturenserie Coya, begleitet von Live-Performances von Künstlern und Designern sowie abendlichen Talks im Format Meet the Artists.
Villeroy & Boch bezog gemeinsam mit Ideal Standard Stellung am Foro Buonaparte mit der Ausstellung „Design Continuum“ – konzipiert mit Studio Elastique als immersive Reflexion über Materialität, Technologie und das Bad als multisensorisches Erlebnis. Das Unternehmen hat den Standort bewusst zur permanenten Mailänder Basisstation gemacht und eröffnet hier schon im Juni 2026 mit der Marke Ideal Standard einen gemeinsamen Showroom.
Duravit wählte mit dem Gran Meliá Palazzo Cordusio als Bühne für Balcoon-Scapes, eine künstlerische Installation von Patricia Urquiola: Waschtische und Toiletten wurden ihrer Alltagsfunktion enthoben und als skulpturale, totemartige Objekte inszeniert. Flankiert wurde das Ausstellungs-Event durch die Präsentation von Neuheiten der Balcoon-Linie 2026 sowie Kollaborationen mit Philippe Starck und Studio F. A. Porsche im Showroom in der Via San Gregorio. Die Cocktail-Party auf dem Rooftop mit Blick auf den Mailänder Dom war sicherlich eines der Top-Events der diesjährigen Design Week. Zahlreiche Designer und Designerinnen sowie Kunden und Gäste von Duravit genossen das Ambiente.
Axor (Hansgrohe Group) lud zum exklusiven Presse-Event und zur Axor & Friends Party in der Event-Location LuBar ein. Die neue Armaturen-Linie Axor Archivio, entwickelt mit dem Londoner Designduo Barber Osgerby, zeichnet sich durch geschwungene Ausläufe, sanft ausgestellte Standfüße und ergonomische Griffe aus – ein Ausdruck von ruhiger, ausgewogener Ästhetik, der klassische Formen zeitgenössisch neu interpretiert.
Kaldewei wählte als Standort für seine Inszenierung „Bubbles of Time“ den Palazzo Crespi am Corso Matteotti – eines der emblematischsten Zeugnisse des Mailänder Modernismus, entworfen in den 1920er-Jahren von Piero Portaluppi. Der Palazzo Crespi wurde erstmals als Ausstellungsort geöffnet. In der Inszenierung von Parasite 2.0 präsentierte Stefan Diez mit der Nuio Duo eine infrarotbeheizte Badewanne, die das Badeerlebnis neu denkt.
Was diese Aktivitäten verbindet: Es sind keine reinen Produktpräsentationen, sondern konsequente Haltungsarbeit. Das Bad als kultureller Raum, Wasser als gestalterisches Thema, Erfahrbarkeit statt Katalog. Die deutsche Sanitärwirtschaft präsentiert sich in Mailand nicht als Follower globaler Trends – sie formuliert sie mit.
„Die Mailänder Designwoche hat eindrucksvoll gezeigt, welch internationale Strahlkraft die deutsche Sanitärwirtschaft besitzt. Unsere Unternehmen begeistern das Publikum hier nicht nur mit Produkten, die Design und Funktionalität auf höchstem Niveau verbinden, sondern überzeugen auch mit Kreativität und Innovationskraft. Dass das Badezimmer heute Teil der Lifestyle-getriebenen Mailänder Designwoche ist, liegt ja vor allem daran, dass es längst kein rein funktionaler Raum mehr ist – es ist ein Ort des Rückzugs, der Pflege und der Achtsamkeit, aber auch des persönlichen Ausdrucks. Genau diese Mischung meinen wir, wenn wir sagen: Im Bad zuhause”, erklärt Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS).
Zwei Designnationen, ein gemeinsamer Anspruch
Mailand 2026 hat einmal mehr bewiesen, was passiert, wenn deutsche Ingenieurskultur und, wie hier, italienische Designleidenschaft auf demselben Parkett tanzen: Es entstehen Erlebnisse, die weit über Produktpräsentation hinausgehen. Installationen, die berühren. Räume, die Geschichten erzählen. Marken, die Haltung zeigen.
Während der Mailänder Design Week war die deutsch-italienische Freundschaft im Sanitärdesign sehr präsent – sie ist gelebte Realität, sichtbar in gemeinsamen Designpartnerschaften, gegenseitiger Inspiration und dem tiefen Respekt zweier Kulturen, die das Bad als ernst zu nehmenden Lebensraum begreifen.
Daher möchte die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft – noch unter dem frischen Eindruck der inspirierenden Mailänder Design Week – an dieser Stelle eine herzliche Einladung an unsere italienischen Freunde und Partner aussprechen: Kommt nach Frankfurt. Die ISH 2027 – die Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Luft und Klima – öffnet im März 2027 ihre Türen und bietet die einmalige Gelegenheit, diesen Dialog fortzuführen und multilateral zu diskutieren. Was Mailand in diesem Frühjahr inspiriert, kann Frankfurt im nächsten März in die Welt tragen. Die ISH ist die Bühne, auf der Trends zu Märkten werden – und Designvisionen zu Investitionsentscheidungen.
„Wir würden uns freuen, möglichst viele der großartigen italienischen Sanitärmarken als Aussteller in Frankfurt begrüßen zu dürfen. Die Freundschaft zwischen unseren Industrien ist zu wertvoll, um sie nur einmal im Jahr zu feiern“, bemerkt Jens J. Wischmann abschließend.
