Ferienzeit ist Umrüstzeit
Schulsanierung im Sanitärbereich
Foto: Schell
Sommerferien sind mehr als nur unterrichtsfreie Wochen. Sie bieten ein zentrales Zeitfenster für die Modernisierung und Sanierung des Schulgebäudes. Insbesondere Arbeiten im Sanitärbereich lassen sich während des laufenden Schulbetriebs nur eingeschränkt realisieren, da die Sanitärräume täglich intensiv genutzt werden. Gleichzeitig erfordern kommunale Projekte häufig Genehmigungs-, Abstimmungs- und Ausschreibungsprozesse mit entsprechendem Vorlauf. Eine frühzeitige Planung ist daher entscheidend, um Sanierungsmaßnahmen pünktlich zum Ferienbeginn umsetzen zu können. Sanitärräume in Schulen werden dauerhaft stark beansprucht. Umso wichtiger ist eine passende Ausstattung, die den hohen Anforderungen gerecht wird. Neben Funktionalität und Wirtschaftlichkeit spielen Aspekte wie Hygiene, Sicherheit und Wartungsfreundlichkeit eine zentrale Rolle.
Austausch von Armaturen

Ein Umstieg auf berührungslose Armaturen trägt nicht nur dazu bei, die Nutzerhygiene zu verbessern, er hilft auch dabei, Ressourcen zu sparen. So stoppen beispielsweise Armaturen mit sensorbasierter Auslösung automatisch, sobald die Hände den Erfassungsbereich verlassen. Dadurch lässt sich im Vergleich zu einem regulären Einhebelmischer der Wasserverbrauch und auch der Energieverbrauch zur Warmwasserbereitung deutlich reduzieren. Für den Einsatz in stark frequentierten Schulwaschräumen sind zudem robuste und pflegeleichte Ganzmetallgehäuse von Vorteil.
Nachrüstung von Verbrühungsschutz

In Bildungseinrichtungen ist ein wirksamer Schutz vor zu hohen Wassertemperaturen erforderlich. Technische Regelwerke fordern hierfür konkrete Maßnahmen: Die DVGW W 551 schreibt den Einsatz von Entnahmearmaturen mit Einzelsicherungen und – wo erforderlich – mit Verbrühungssicherheit vor. Die DIN 806-2 empfiehlt für Schulen den Einsatz thermostatischer Mischventile mit einer Höchsttemperatur von 43 °C. Eine Verbrennung durch zu heiße Oberflächen sollte ebenfalls ausgeschlossen sein.
Gerade in älteren Gebäuden besteht hier häufig Nachrüstbedarf. Mit einem Eckventil-Thermostat lässt sich ein zuverlässiger Verbrühungsschutz schnell, wirtschaftlich und normgerecht nachrüsten. Als vollwertige, thermostatische Armatur nach EN 1111 gewährleistet ein Eckventil-Thermostat eine konstante Warmwassertemperatur – auch bei Druck- oder Temperaturschwankungen im Netz – und verfügt über Sicherheitsmechanismen, die bei Ausfall der Kaltwasserversorgung den Wasserfluss automatisch unterbrechen. Das Thermostat wird direkt an den Eckventilen montiert und eignet sich auch für beengte Platzverhältnisse.
Modernisierung von WC- und Duschbereichen

Auch in WC- und Duschbereichen stehen robuste und betriebssichere Komponenten im Fokus. Intelligente Spülsysteme und vandalismussichere Betätigungen unterstützen die sichere Nutzung im Schulalltag und tragen dazu bei, Wartungsaufwand und Ausfallzeiten zu reduzieren. Auch hier bieten berührungslos per Infrarot-Sensor auslösbare Betätigungsplatten Vorteile.
Beim Duschbereich sollte ebenfalls auf eine Ausstattung geachtet werden, die auf eine hohe Nutzungsfrequenz ausgelegt ist, wie etwa robuste Gehäuse, die vandalengeschützt und besonders wartungs- und reparaturfreundlich sind – im Idealfall auch hier mit einem zuverlässigen Verbrühungsschutz. Für eine schnelle Sanierung bieten sich Aufputz-Paneele an, bei denen vorhandene Anschlüsse genutzt werden können. Dadurch lassen sich Duschanlagen in kurzer Zeit modernisieren und wieder in Betrieb nehmen.
Trinkwasserhygiene bei Sanierungsmaßnahmen berücksichtigen

Schulgebäude sind regelmäßig von Nutzungsunterbrechungen betroffen, etwa an Wochenenden oder während der Ferien. Stagnierendes Wasser in den Leitungen kann dabei zu einer übermäßigen Vermehrung von Legionellen führen. Um dem vorzubeugen, sollte spätestens alle 72 Stunden ein vollständiger Wasserwechsel über alle Entnahmestellen erfolgen. Sanierungsmaßnahmen bieten die Möglichkeit, entsprechende Funktionen bereits in der Planungsphase zu berücksichtigen.
Mit entsprechenden Wassermanagement-Systemen können sämtliche elektronische Armaturen per Funk und/oder Kabel vernetz werden. Bei Systemen mit modularem Aufbau können zusätzliche Entnahmestellen auch nachträglich ergänzt werden. Die automatisierte Durchführung von zeit- oder temperaturgesteuerten Stagnationsspülungen beugt effektiv einer übermäßigen Vermehrung von Legionellen entgegen und trägt dazu bei, die Trinkwassergüte dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die automatisierte Umsetzung spart zudem Ressourcen, da weniger Wasser verbraucht und kein zusätzliches Personal benötigt wird. Integrierte Cloud-Anwendungen ermöglicht darüber hinaus eine standortübergreifende und ortsunabhängige Steuerung, Kontrolle, und Dokumentation der vernetzten Armaturen.
Jetzt planen, um das Sommerfenster optimal zu nutzen
Die unterrichtsfreie Zeit bietet Kommunen und Betreibern die Möglichkeit, notwendige Modernisierungen im Sanitärbereich ohne Beeinträchtigung des Schulbetriebs umzusetzen. Voraussetzung dafür ist eine rechtzeitige Projektvorbereitung. Werden Anforderungen an Hygiene, Sicherheit und Betrieb bereits in der Planungsphase berücksichtigt, lassen sich Ferienzeiten effizient für Sanierungsmaßnahmen nutzen und gleichzeitig die Grundlage für einen langfristig wirtschaftlichen Betrieb schaffen.