ISH 2027 liefert Ideen für Bestand und Betrieb öffentlicher Gebäude

Veröffentlicht am 10. August 2026
Geberit Ausstellung ISH 2027

Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH, Pietro Sutera

Viele Schulen, Verwaltungsgebäude, Sportstätten und Schwimmbäder stehen vor einem grundlegenden Modernisierungsbedarf – nicht nur in Deutschland: Ein großer Teil stammt aus den 1960er- bis 1980er-Jahren und entspricht heute weder energetisch noch funktional den aktuellen Anforderungen.

Mit der überarbeiteten EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) steigen die Anforderungen an die Modernisierung öffentlicher Gebäude deutlich. Rund drei Viertel des europäischen Gebäudebestands gelten als energieineffizient, die jährliche Sanierungsrate liegt bei etwa einem Prozent. (World Green Building Council / EPBD Factsheet 2025).

Für Kommunen wächst der Druck, ihre Gebäude langfristig energieeffizienter, wirtschaftlicher und nutzerorientierter weiterzuentwickeln. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen innerhalb der Gebäude selbst. Neben Energieeffizienz rückt zunehmend die Qualität der Innenräume in den Fokus. Öffentliche Gebäude sollen heute nicht nur ressourcenschonend betrieben werden, sondern auch eine gesunde, komfortable und leistungsfördernde Umgebung schaffen.

Aspekte wie Luftqualität, thermischer Komfort, Akustik und intelligente Gebäudesteuerung werden dabei immer stärker als Teil einer ganzheitlichen Nutzerqualität betrachtet – insbesondere in Schulen, Verwaltungsgebäuden und stark frequentierten öffentlichen Einrichtungen. „Die Anforderungen an öffentliche Gebäude haben sich deutlich erweitert“, sagt Frank Ernst, Geschäftsführer Fachverband Gebäude-Klima e. V. (FGK). „Neben der Energieeffizienz stehen heute auch Innenraumqualität, intelligente Steuerung und das Sicherstellen einer nachhaltigen, langfristigen Betriebsfähigkeit im Fokus. Gerade im Bestand sind dafür integrierte und flexibel nachrüstbare Lösungen entscheidend.“

Gleichzeitig verändert sich der Blick auf öffentliche Gebäude grundlegend. Sie werden zunehmend nicht mehr nur unter energetischen Gesichtspunkten betrachtet, sondern als Räume, die Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit aktiv unterstützen sollen. Mit dieser Entwicklung gewinnen europaweit auch Themen wie Innenraumqualität, Nutzerkomfort und resiliente Gebäudekonzepte an Bedeutung.

Sanierung im laufenden Betrieb

Die Modernisierung öffentlicher Gebäude muss dabei häufig im laufenden Betrieb erfolgen. Maßnahmen müssen so konzipiert werden, dass Unterricht, Verwaltungsbetrieb oder öffentliche Nutzung parallel weiterlaufen können. Gleichzeitig treffen unterschiedliche Bauzustände und technische Systeme innerhalb eines Gebäudes aufeinander, was die Planung zusätzlich komplex macht. Hinzu kommen begrenzte Budgets, komplexe Genehmigungsverfahren und lange Projektlaufzeiten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die schrittweise Sanierung an Bedeutung. Einzelne Gewerke werden modernisiert, technische Systeme ergänzt und Gebäude über längere Zeiträume hinweg weiterentwickelt. Entscheidend ist dabei, dass Lösungen ineinandergreifen, flexibel einsetzbar sind und sowohl technisch als auch wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Die ISH als Plattform für die Umsetzung

Auf der ISH 2027 wird sichtbar, wie technische Lösungen heute zusammenspielen müssen, um öffentliche Gebäude Schritt für Schritt zu modernisieren. Die Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Luft bündelt Technologien, die sich gezielt in bestehende Gebäude integrieren lassen – und zeigt, wie sich einzelne Maßnahmen zu einem funktionierenden Ganzen verbinden.

Gerade stark frequentierte Bereiche stellen besondere Anforderungen an die Modernisierung. Im Lösungsfeld „Sanitärräume“ werden Ideen für langlebige, hygienische und wirtschaftliche Ausstattungskonzepte präsentiert. Im Sonderareal „Pools & Spas“ werden zudem Anwendungen für Schwimmbäder sichtbar, bei denen Wasserqualität, Energieeinsatz und Betrieb eng miteinander verzahnt sind.

Im Zusammenspiel mit den weiteren Lösungsfeldern macht die ISH deutlich, dass die Modernisierung öffentlicher Gebäude kein Einzelprojekt ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Sie zeigt, wie sich technische Innovationen so kombinieren lassen, dass sie den Betrieb sichern, Ressourcen schonen und langfristig tragfähige Strukturen schaffen.

Die nächste ISH, Weltleitmesse für Wasser, Wärme, Luft, findet vom 15. bis 19. März 2027 in Frankfurt am Main statt. www.ish.messefrankfurt.com